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Obama lacht über sein Seuchen-Jahr 2013

Obama lacht über sein Seuchen-Jahr 2013

Ukraine-Krise, Nahost-Pleite, Syrien, der NSA-Abhörskandal: Es sind schwere Zeiten für Barack Obama. Aber seinen Humor hat sich der US-Präsident bewahrt, wie er bei einem Gala-Dinner am Wochenende bewies.

Die Umfragewerte von US-Präsident Barack Obama sind derzeit auf einem Tiefpunkt - aber den Humor hat er nicht verloren. Ganz im Gegenteil: Beim traditionellen Gala-Dinner des White-House-Pressekorps am Samstagabend in Washington zeigte sich der Demokrat als Komödiant, nahm nicht nur politische Gegner und Medien auf die Schippe, sondern auch sich selbst.

"Ich beginne solche Dinner meistens mit einigen Bemerkungen, die mich selbst herabsetzen", begann Obama seine Rede vor 2600 Journalisten und geladenen Gästen. "Aber worüber könnte ich nach meinem glänzenden Jahr 2013 wirklich reden?" Nein, es sei wirklich ein raues Jahr gewesen, räumte der Präsident dann ein. Zu einem Zeitpunkt seien die Dinge so schlecht gelaufen, dass sich die 47 Prozent, die ihn 2012 wiedergewählt hätten, bei seinem republikanischen Gegenkandidaten Mitt Romney entschuldigt hätten.

Der Präsident ist stets der Ehrengast beim alljährlichen Journalisten-Festbankett, das als Washingtons glanzvollste Gala gilt. Ausgerichtet wird es von der White House Correspondents' Association, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen begeht. Kritiker beanstanden, dass sich die Veranstaltung im Laufe der Jahre zu einer Art Hollywood-Spektakel entwickelt hat - mit einem Großaufgebot an Promis aus der Unterhaltungsszene samt rauschenden Roben und rotem Teppich. Diesmal dabei waren unter anderem Robert De Niro, Sofia Vergara, Lupita Nyong'o, Jessica Simpson, Patrick Stewart und Patrick Duffy.

Unbestrittener Star war aber Obama, der zunächst etwas müde wirkte, sich dann aber warmlief. So bekannte er etwa scherzend, dass seine derzeitige Umfrage-Flaute auch an seiner Tochter Sasha nicht vorbeigegangen sei. Sie habe kürzlich bei einem "Karriere-Tag" in ihrer Schule einen Sprecher benötigt, "und sie hat Bill Clinton eingeladen". Aber der Präsident notierte auch Lichtblicke. So habe kürzlich beim Boston-Marathon erstmals seit 30 Jahren ein Amerikaner gewonnen, und das sei auch nur fair - schließlich sei seit sechs Jahren ein Kenianer US-Präsident.

Obama mokierte sich so über nicht verstummende Attacken aus der rechten Ecke, die sich um seine Abstammung ranken. Obamas Vater war ein Kenianer. Der konservative Sender Fox News werde ihn vor diesem Hintergrund vermissen, wenn er 2017 aus dem Amt scheide, meinte der Präsident mit Blick auf Hillary Clinton, der bei einer Präsidentschaftskandidatur 2016 gute Chancen eingeräumt werden. "Es wird ihnen schwerer fallen, die Leute davon zu überzeugen, dass Hillary in Kenia geboren wurde."