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NRW-Wahl: Hochrechnung sieht CDU deutlich vor SPD

Landtagswahl in NRW : CDU mit Hendrik Wüst in NRW klar vorn - Neue Hochrechnungen sehen kaum Chancen für Rot-Grün

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ist die CDU am Sonntag stärkste Kraft geworden. Nach den Hochrechnungen lag sie deutlich vor der SPD. Es sind aber mehrere Koalitionen denkbar.

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ist die CDU mit Hendrik Wüst an der Spitze am Sonntag mit Abstand stärkste Kraft geworden. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF kurz vor 22 Uhr lag die bisherige Regierungspartei deutlich vor der oppositionellen SPD. Die bisherige CDU/FDP-Koalition hat nach dramatischen Verlusten der FDP keine Mehrheit mehr. Die Linke wird dort wie schon in den vergangenen fünf Jahren nicht vertreten sein. Ein Ausscheiden der FDP, das der Partei anfangs drohte, bestätigten die späteren Hochrechnungen nicht. Auch rückte eine rot-grüne Mehrheit bei den Hochrechnungen am späteren Abend weiter in die Ferne.

Die CDU erzielte nach den Zahlen von ARD und ZDF 35,8 bis 35,9 Prozent. Ihr folgt die SPD mit 26,6 Prozent. Drittstärkste Kraft werden die Grünen mit 17,9 bis 18,1 Prozent. Die FDP, die bislang zusammen mit der CDU die Landesregierung bildete, kommt auf 5,7 Prozent. Die AfD landet bei 5,5 bis 5,6 Prozent. Die Linke liegt deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Offen ist, wer künftig das bevölkerungsreichste Bundesland regieren wird. Nach den Zahlen sind mehrere Koalitionen möglich.

So könnte es zu einer großen Koalition mit 136 Sitzen, einer Schwarz-Grünen Regierung mit 117 Sitzen oder einer Ampel-Regierung mit 109 Sitzen kommen. Letztere wär die einzige Chance von für SPD-Spitzenmann Thomas Kutschaty auf das Amt des Ministerpräsidenten. Für die CDU ist es der zweite Erfolg nach dem haushohen Wahlsieg in Schleswig-Holstein, der die Serie von Niederlagen im Bund und in mehreren Ländern vor einer Woche beendet hatte.

Wüst hatte das Amt des Regierungschefs erst im Oktober 2021 von Armin Laschet übernommen, der bei der Bundestagswahl als Kanzlerkandidat der Union gescheitert war. Laschet trat in der Folge auch als CDU-Bundesvorsitzender zurück. Merz stammt ebenfalls aus NRW, er hatte Wüst im Wahlkampf engagiert unterstützt. Der 46-jährige Wüst begann seine Karriere als Generalsekretär der NRW-CDU, 2010 trat er infolge einer Affäre zurück und wurde später Geschäftsführer des nordrhein-westfälischen Zeitungsverlegerverbands. 2017 wurde er dann unter Laschet Landesverkehrsminister.

Als „Stammland“ der Sozialdemokratie gilt NRW schon lange nicht mehr. CDU und SPD wechselten sich in den vergangenen Wahlperioden an der Regierung ab, seit 2005 hat kein Regierungsbündnis länger als sieben Jahre durchgehalten. Der heutige SPD-Partei- und Fraktionschef Kutschaty war bis 2017 Landesjustizminister in der rot-grünen Koalition. Unter der Führung des 53-Jährigen rutscht die SPD den Prognose zufolge jetzt noch unter das Ergebnis von 2017, das schon damals mit 31,2 Prozent einen historischen Tiefstand markierte.