Nichtwähler häufig sozial benachteiligt

Gütersloh · Sozial Schwache sind bei der vergangenen Bundestagswahl besonders häufig nicht wählen gegangen. Das belegt eine Analyse der Wahlbeteiligung je nach Zugehörigkeit zum gesellschaftlichen Milieu, die die Bertelsmann-Stiftung am Samstag veröffentlicht hat.

Das Fazit: "Deutschland ist zu einer sozial gespaltenen Demokratie geworden. Zwischen Ober- und Unterschicht klafft eine deutliche Lücke in der Wahlbeteiligung ", sagte Studienautor Robert Vehrkamp.

So lag diese in den sozial privilegierten Schichten um bis zu 40 Prozent höher als in den unteren Schichten. Besonders häufig verzichteten konsumfreudige Unter- und Mittelschichts-Angehörige auf ihre Stimmabgabe (47,7 Prozent). Auch das durch Zukunftsängste und geringe Aufstiegschancen charakterisierte Milieu der Prekären ging mit einer Wahlbeteiligung von 58,9 Prozent deutlich seltener wählen als der Durchschnitt in den ausgewählten 640 Stimmbezirken (72,2 Prozent).

Im konservativen Establishment, in der intellektuellen Bildungselite und der effizienzorientierten Leistungselite gingen der Analyse zufolge dagegen mehr als acht von zehn Stimmberechtigten ins Wahllokal.

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