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Nettolöhne in Deutschland legen kräftig zu

Nettolöhne in Deutschland legen kräftig zu

Gute Zeiten für Tarifbeschäftigte: Die Löhne steigen weiter kräftig, die Verbraucherpreise hingegen kaum. Saarländische Arbeitnehmer profitierten zuletzt von diesem Trend überdurchschnittlich.

Deutschlands Verbraucher können sich über die höchste Kaufkraftsteigerung seit über 20 Jahren freuen. Im dritten Quartal dieses Jahres lagen die Löhne im Schnitt 2,6 Prozent über denen des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte. Wegen der geringen Inflation blieb den Beschäftigten davon real ein Plus von gut 2,4 Prozent im Geldbeutel. Das stärkt ihre Kaufkraft und kann den Konsum ankurbeln.

Sollte sich die Entwicklung im letzten Quartal bestätigen, dürfte 2015 nach Einschätzung der Statistiker der seit Jahren höchste Wert beim Reallohnzuwachs, der 2014 mit im Schnitt 1,7 Prozent erzielt wurde, übertroffen werden. Noch höher hatte der Wert zuletzt 1992, kurz nach der Wiedervereinigung, mit 4,9 Prozent gelegen.

Besonders kräftig wuchsen bislang im Jahr 2015 die Löhne der Ungelernten. Im dritten Quartal legten sie, wohl auch bedingt durch den in diesem Jahr eingeführten gesetzlichen Mindestlohn, im Schnitt um 3,9 Prozent zu. Über alle Tarifgruppen hinweg lag der Bruttomonatsverdienst eines Vollzeitbeschäftigten ohne Sonderzahlungen Ende September im Schnitt bei 3624 Euro.

Der positive Reallohn-Trend kommt den saarländischen Arbeitnehmern offenbar besonders zugute, wie die Arbeitskammer (AK) gestern unter Verweis auf Zahlen bis Jahresmitte feststellte. Die Bruttomonatsverdienste der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer erhöhten sich demnach hierzulande im ersten Halbjahr um 2,8 Prozent, in Westdeutschland insgesamt nur um 2,4 Prozent. Grund sei die stärkere Tarifbindung im Saarland, erklärte die AK. In Betrieben mit Tarifbindung legte der Verdienst demnach um 3,9 Prozent zu, in Firmen ohne Tarifbindung nur um 1,5 Prozent. >