Nato zieht in den Kampf gegen Schleuserbanden

Brüssel · Die Nato beteiligt sich am Kampf gegen Schleuserbanden in der Ägäis. Die Verteidigungsminister der 28 Mitgliedstaaten beschlossen gestern, einen unter deutscher Führung stehenden Nato-Marineverband unverzüglich auf den Weg in das Seegebiet zwischen der Türkei und Griechenland zu schicken.

Er soll dort den Flüchtlingsstrom beobachten und die Aufklärungsergebnisse an die nationalen Küstenwachen weitergeben. Vor allem die Türkei soll so in die Lage versetzt werden, kriminelle Schleuserbanden effektiver zu verfolgen.

"Das sind etablierte kriminelle Netzwerke, die Millionen aus diesen Menschen herauspressen und an ihnen verdienen und billigend in Kauf nehmen, dass Tausende ertrinken", kommentierte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU ) die Entscheidung. Dies sei nicht länger tolerierbar. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte: "Hier stehen das Leben und das Schicksal von Menschen auf dem Spiel." Nach ersten Planungen kann der Anti-Schleuser-Einsatz noch in diesem Monat beginnen. Der Marineverband mit dem deutschen Einsatzgruppenversorger "Bonn" als Führungsschiff wird nach aktuellen Berechnungen nur zwei bis drei Tage in die Ägäis brauchen.

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