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Nato tötet irrtümlich 13 libyische Rebellen

Nato tötet irrtümlich 13 libyische Rebellen

Bengasi. Der Bürgerkrieg in Libyen fordert immer neue Opfer. Nato-Flugzeuge haben bei Angriffen in Libyen in der Nacht zum Samstag irrtümlich auch Milizen der Regimegegner angegriffen. 13 Aufständische seien bei dem Bombardement zwischen Adschdabija und Al-Brega getötet worden, hieß es unter Berufung auf Krankenhausärzte und Rebellen

Bengasi. Der Bürgerkrieg in Libyen fordert immer neue Opfer. Nato-Flugzeuge haben bei Angriffen in Libyen in der Nacht zum Samstag irrtümlich auch Milizen der Regimegegner angegriffen. 13 Aufständische seien bei dem Bombardement zwischen Adschdabija und Al-Brega getötet worden, hieß es unter Berufung auf Krankenhausärzte und Rebellen. Einer der Ärzte habe zudem elf Verletzte des Angriffs behandelt. Die Rebellen zogen offenbar das tödliche Feuer der Nato-Kampfjets auf sich, als sie mit Luftabwehrkanonen aus Freude in den Himmel schossen.Die Nato wollte die Berichte über diesen Angriff zunächst überprüfen, sagte Nato-Sprecherin Oana Lungescu in Brüssel. "Wir sind über Berichte über zivile Verluste immer sehr betroffen." Ein Sprecher der Übergangsregierung in Bengasi bedauerte den Zwischenfall, sagte aber zugleich, dass man "das größere Bild im Auge" habe, zu dem auch die Rettung von Menschenleben durch die Nato-Angriffe auf die Truppen Gaddafis gehöre.

Die von den Milizen des Diktators Muammar al-Gaddafi belagerten Städte Al-Sintan und Misurata wurden gestern immer wieder von Artillerieüberfällen erschüttert. In Al-Brega, einem wichtigen Ölhafen, kämpften Aufständische und Gaddafi-Truppen weiterhin erbittert um jeden Zentimeter Boden. Nach neuen Nato-Angriffen auf die Regime-Streitkräfte konnten die Rebellen weite Teile der Stadt 240 Kilometer südwestlich von Bengasi einnehmen. Die Gaddafi-Truppen griffen jedoch weiter die von ihnen belagerten Städte Misurata und Al-Sintan an. Bewohner beschrieben die Lage als dramatisch und verzweifelt. In Misurata, 210 Kilometer östlich von Tripolis, trafen Granaten ein Krankenhaus. dpa