1. Nachrichten
  2. Politik

Miese Stim mung in der Firma macht krank

Miese Stim mung in der Firma macht krank

Je mieser die Stimmung im Betrieb, desto höher der Krankenstand: Rund jeder vierte Beschäftigte, der die Unternehmenskultur als schlecht einstuft, ist auch mit der eigenen Gesundheit unzufrieden. Das zeigt der aktuelle Fehlzeiten-Report der AOK.

Ein mürrischer Chef, misstrauische Kollegen, Zweifel am Sinn der eigenen Arbeit: Solche Erfahrungen im Beruf können echte Krankmacher sein. Wie eine gestern vorgelegte Studie der Krankenkasse AOK ergab, klagen 27,5 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit problematischer Arbeitskultur über ihre eigene gesundheitliche Verfassung. In Firmen, in denen das Klima stimmt, sind es nur 8,9 Prozent. "Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie Beschäftigte ihre Arbeit erleben, und ihrer Gesundheit", sagte der Mitautor der Studie, Helmut Schröder. Auch zwei Drittel der Arbeitnehmer sehen eine Verbindung zwischen Betriebsklima und gesundheitlichen Beschwerden.

Dass sich Unternehmen durch eine schlechte Kultur selbst schaden, zeigt ein Blick auf die krankheitsbedingten Ausfalltage: Fast jeder dritte Beschäftigte, der ein mieses Betriebsklima beanstandet, fehlte 2015 mehr als zwei Wochen lang im Betrieb. Unter den zufriedenen Mitarbeitern hatte nur etwa jeder Sechste so viele Ausfalltage. Insgesamt fehlten im vorigen Jahr etwas mehr AOK-Mitglieder bei der Arbeit als 2014: Der Krankenstand stieg von 5,2 auf 5,3 Prozent. Im Schnitt blieb jeder Krankgeschriebene damit 19,5 Tage lang zu Hause.

Wie sich die Beschäftigten eine "gesunde" Unternehmenskultur vorstellen, zeigt die Befragung der AOK unter rund 2000 Erwerbstätigen zwischen 16 und 65 Jahren. 78 Prozent wünschen sich vor allem, dass der Chef hinter seinen Mitarbeitern steht. Tatsächlich erleben das im Alltag aber nur knapp 55 Prozent der Beschäftigten. Mehr als zwei Drittel finden es besonders wichtig, dass sie für gute Arbeit von ihren Vorgesetzten gelobt werden - doch knapp die Hälfte vermisst dies in der Praxis. Zudem möchten gut 60 Prozent der Beschäftigten bei wichtigen Entscheidungen selbst Einfluss nehmen. Aber nur knapp 42 Prozent haben die Möglichkeit dazu.