Merz will Kabinettsposten - Gefahr für Wirtschaftsminister Altmaier

Druck auf Merkel und Kramp-Karrenbauer : Drängt Friedrich Merz den Saarländer Peter Altmaier aus dem Amt?

Friedrich Merz hat unmissverständlich seine Ambitionen auf ein Ministeramt in Berlin formuliert. Ziel kann eigentlich nur der Posten des Saarländers Peter Altmaier sein.

Muss jetzt der Saarländer Peter Altmaier (CDU) um sein Amt als Bundeswirtschaftsminister bangen? Was der unterlegene Kandidat um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, in der aktuellen ,,Frankfurter Allgemeinen“ äußert, wurde von Beobachtern in Berlin am Dienstagabend sogleich als Kampfansage an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer verstanden – es zielt aber fast zwangsläufig auf Altmaier: Merz bot den Wechsel in ein Ministeramt an. „Ein solches Amt würde ich mir aufgrund meiner Erfahrung in Wirtschaft und Politik zutrauen“, sagte er der Zeitung. Er sagte auch, dass das „Bedürfnis großer Teile der Bevölkerung, dass mehr wirtschaftliche Sachkompetenz in die Politik eingebracht und komplexe Sachverhalte stärker erklärt werden, schon groß ist“.

„Spiegel-Online“ sah die neue CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer gestern sogleich in einer „Zwickmühle“ . Falls sie sich bei ihrer Vorgängerin im Parteivorsitz, Angela Merkel, nicht für einen Kabinettsposten für Merz einsetze, „werden er und seine Anhänger für alle Zeiten behaupten können, die neue CDU-Führung habe den Unterlegenen bewusst ausgebootet“. Setze sie jedoch für ein Merz-Ministeramt ein, müsse Merkel ihren Vertrauten Altmaier im Wirtschaftsministerium durch Merz ersetzen, so „Spiegel Online“.

Bereits am Rande des CDU-Parteitags in Hamburg wurde nach der knappen Niederlage von Merz die Forderung des Wirtschaftsflügels der CDU laut, Merz müsse ins Bundeskabinett – anstelle des Merkel-Vertrauten Altmaier. Dieser könne in ein andreres Ressort wechseln. Vor allem die Mittelstandvereinigung der CDU hatte sich im Dreikampf um die CDU-Spitze eindeutig auf die Seite des ehemaligen Fraktionschefs der Union im Bundestag geschlagen. Merz hatte beim Parteitag selbst seine Zukunft offengelassen, auf eine Kandidatur für einen der Vize-Posten der CDU verzichtet. Zu einer Berufung ins Bundeskabinett sagte er jetzt: Diese liege „nicht in meiner Hand, sondern das ist Sache der Kanzlerin“. Erneut betonte er, bei einem entsprechenden Angebot seine berufliche Tätigkeit etwa bei dem Finanzinvestor Blackrock aufzugeben. In einem Gespräch mit der neuen CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer habe er sein „Angebot noch einmal erneuert, wirklich mit ganzer Kraft in die Politik zu gehen und dafür auch meine bisherige berufliche Tätigkeit aufzugeben“.

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