McCain zieht an Obama vorbei

Washington. Der republikanische Wahlparteitag hat dem Präsidentschaftskandidaten John McCain Auftrieb in der Gunst der US-Wähler verschafft. Eine am Sonntagabend veröffentlichte Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Gallup für die Zeitung "USA Today" sah McCain bei 50, Obama bei 46 Prozent

 John McCain. Foto: epa

John McCain. Foto: epa

Washington. Der republikanische Wahlparteitag hat dem Präsidentschaftskandidaten John McCain Auftrieb in der Gunst der US-Wähler verschafft. Eine am Sonntagabend veröffentlichte Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Gallup für die Zeitung "USA Today" sah McCain bei 50, Obama bei 46 Prozent. Vor dem Parteitag in der vergangenen Woche hatte McCain in der Umfrage noch sieben Prozentpunkte hinter seinem Rivalen gelegen. In einer gestern veröffentlichten Erhebung des Instituts Rasmussen lagen beide gleichauf bei 48 Prozent. Hier hatte Obama eine Woche zuvor noch einen Vorsprung von acht Prozent verzeichnet.

Die starken Bewegungen in den Umfragen der beiden vergangenen Wochen bestätigen die Erfahrungswerte von US-Demoskopen, denen zufolge Präsidentschaftskandidaten nach den Wahlparteitagen ihrer Partei in der Regel deutlich zulegen. Obama hatte im Verlauf des Parteitags seiner Demokraten in der vorletzten Woche in Umfragen ebenfalls einen Sprung nach vorne gemacht, McCain erlebte nun seinerseits Auftrieb in den Erhebungen.

Vorhersagen über den Ausgang der Wahl am 4. November lassen sich daraus nicht unbedingt treffen. Demoskopen erwarten neue Bewegungen in den Umfragen, wenn McCain und Obama am 26. September zu ihrem ersten TV-Duell aufeinandertreffen. Angesichts der schwierigen Ausgangsbedingungen für die Republikaner, denen die Unbeliebtheit von US-Präsident George W. Bush und die schlechte Wirtschaftslage zu schaffen macht, werteten Experten McCains Stand in den Umfragen als Erfolg. "Er steht weitaus besser da, als man dies für diesen Zeitpunkt erwartet hätte", sagte Politikwissenschaftler Larry Sabato von der Universität Virginia.

Offenbar profitiert der Senator von Arizona derzeit stark von der Nominierung Sarah Palins zur Kandidatin für die Vizepräsidentschaft. Der Gallup-Umfrage zufolge sagten 29 Prozent der Befragten, dass sie wegen Palin bei der Präsidentschaftswahl nun eher für McCain stimmen würden. Dagegen wollten 21 Prozent wegen der konservativen Gouverneurin von Alaska ihre Unterstützung für McCain überdenken. Das Institut Rasmussen ermittelte, dass 58 Prozent der Befragten einen positiven Eindruck von Palin haben.

Der Demokrat Obama wird nach Angaben seines Sprechers am Donnerstag in New York mit Ex-Präsident Bill Clinton zusammenkommen. Die beiden sollen sich in Clintons Büro in Harlem treffen. Das Verhältnis der beiden Männer gilt als gespannt; Clinton hatte Obama im Vorwahlkampf heftig kritisiert. Auf dem Wahlparteitag in Denver hielt er allerdings eine versöhnliche Rede, in der er Obama die Befähigung für das Präsidentenamt bescheinigte. afp

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