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Massaker im Westen der Elfenbeinküste

Massaker im Westen der Elfenbeinküste

Abidjan. Berichte von Massakern haben am Wochenende den Machtkampf in der Elfenbeinküste überschattet. Internationale Organisationen berichteten von Massenmorden im Westen des Landes, bei denen bis zu tausend Menschen getötet worden sein sollen. Die Vereinten Nationen (UN) erhoben schwere Vorwürfe gegen die Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara

Abidjan. Berichte von Massakern haben am Wochenende den Machtkampf in der Elfenbeinküste überschattet. Internationale Organisationen berichteten von Massenmorden im Westen des Landes, bei denen bis zu tausend Menschen getötet worden sein sollen. Die Vereinten Nationen (UN) erhoben schwere Vorwürfe gegen die Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara. Von über 330 Menschen, die in der Stadt Duékoué umgekommen seien, seien viele von Kämpfern Ouattaras getötet worden, teilte die UN am Samstag mit. Mehr als 100 Menschen seien von Anhängern des bisherigen Staatschefs Laurent Gbagbo getötet worden, der sich seit der Wahl im November weigert, die Macht abzugeben.Zur Zahl der Toten gab es widersprüchliche Angaben. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IRK) teilte mit, in Duékoué seien mindestens 800 Menschen getötet worden. Die Hilfsorganisation Caritas sprach von 1000 getöteten oder vermissten Menschen. Die Ouattara-Regierung wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, unter den Getöteten seien keine Zivilisten gewesen. Zudem seien mehrere Massengräber im Westen des Landes entdeckt worden, für die Gbagbo verantwortlich sei. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte gestern eine Untersuchung des Blutbades. Ouattara lud Ban ein, eine internationale Kommission mit der Klärung des Blutbades zu betrauen.

Unterdessen setzten Ouattaras Streitkräfte ihre Offensive am Regierungssitz Abidjan fort. Die Soldaten Gbagbo verteidigten jedoch weiterhin den Präsidentenpalast und die Residenz. Jedoch dominieren die Truppen Ouattaras das westafrikanische Land weitgehend.

Am Wochenende wuchs die Furcht vor weiteren Gewaltausbrüchen in dem Vielvölkerstaat im Westen Afrikas. Die Spannungen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen seien enorm, berichtete IRK-Sprecher Kelnor Panglung. "Es gibt viel Angst." Aus dem ganzen Land kämen Berichte über gewaltsame Übergriffe und blutige Konfrontationen, über Tote und Verletzte, sagte er. afp/dpa