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„Maas kann sich die Kanzlerin zum Vorbild nehmen“

„Maas kann sich die Kanzlerin zum Vorbild nehmen“

Gefühlt zum mindestens zehnten Mal waren Natalia Wörner und Heiko Maas gestern Titelthema der "Bild". Wie kommt der Minister da wieder weg? Die Kommunikationswissenschaftlerin Christina Holtz-Bacha von der Universität Erlangen-Nürnberg, die sich seit Jahren mit dem Privaten in der Politik beschäftigt, rät dem Saarländer: "Ruhig bleiben! Es besteht kein Grund, darauf zu reagieren. Ich sehe nichts, was sich gegen ihn auswirken könnte. Er ist nicht wie Scharping planschen gegangen oder sonst was, sondern hat sich sehr dezent verhalten." Maas tue gut daran, sich seinem Amt zu widmen. "Da kann er sich die Kanzlerin zum Vorbild nehmen", sagt Holtz-Bacha: "Selbst als Bilder von ihr im Badeanzug aufgetaucht sind, hat sie sich dazu nicht geäußert. Das war klug."

Dass heute ausführlicher über das Privatleben von Politikern berichtet wird, hat für Holtz-Bacha vier Gründe. So hätten Gerichte klargestellt, dass es bei Politikern eher ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit gibt als bei anderen Prominenten und Normalbürgern. Zudem sei mit dem "Medienkanzler" Schröder ein grundsätzlicher "Umbruch" erfolgt. Mit dem Umzug von Bonn nach Berlin wiederum sei die Distanz zwischen Journalisten und Politikern größer geworden und "mehr eine Gegnerschaft entstanden". Auch würden gerade durch das Internet ständige neue Nachrichten gebraucht, so die Expertin zur SZ.