Landesregierung streitet heftig über Windkraft

Landesregierung streitet heftig über Windkraft

Der Bau von Windrädern spaltet die Bevölkerung im Saarland – und nun auch die Koalition. Die CDU will eine Beschränkung für neue Anlagen in Wäldern.

Angesichts wachsender Widerstände in der Bevölkerung gegen neue Windräder treten in der Landesregierung Differenzen über den weiteren Ausbau der Windkraft im Saarland zutage. Die CDU stellt die bisherigen Ziele infrage und rückt damit auch von ihrem Koalitionspartner SPD ab.

Die Christdemokraten fordern, beim Ausbau der Windkraft "mit mehr Augenmaß als bisher vorzugehen, den Schutz der Natur und des Waldes stärker zu berücksichtigen und Windräder nur an windstarken Standorten zu errichten". Vor allem in Buchen- und Eichenwäldern des Staatswaldes dürften keine Windräder mehr aufgestellt werden. 2012 hatten sich CDU und SPD im Koalitionsvertrag noch zum Ziel gesetzt, bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien am regionalen Stromverbrauch auf 20 Prozent auszubauen. Bislang ist gut die Hälfte erreicht.

CDU-Landeschefin Annegret Kramp-Karrenbauer betont zwar, ihre Partei stehe zu den Vereinbarungen der großen Koalition und der Jamaika-Koalition. "Aber ich sage auch: Wir kommen in eine Situation, bei der man sehr genau abwägen muss, ob jedes Prozent, um das es jetzt noch geht, rechtfertigt, was an Wald, was an Natur zerstört wird, um dieses Ziel zu erreichen." Nach der Landtagswahl werde man sich daher genau anschauen, ob Aufwand und Ertrag im Saarland noch in einem vernünftigen Verhältnis stehen, sagte die Regierungschefin. "Und wenn das nicht der Fall ist, muss man auch bereit sein, Ausbauziele zu korrigieren." Darüber werde bei den Koalitionsverhandlungen zu sprechen sein.

Umweltminister Reinhold Jost (SPD) pocht dagegen auf die Einhaltung des verabredeten Ziels. Unserer Zeitung hatte er kürzlich gesagt, wenn man die Energiewende wolle, müsse man die Vereinbarungen der Koalition umsetzen. Erreicht werden könne die Quote von 20 Prozent für grünen Strom "nur über Windenergie - auch im Wald". In ihrem Wahlprogramm bekräftigt die Saar-SPD das Ausbau-Ziel von 20 Prozent.