Länder auf dem Weg zu einem vergleichbaren Abitur

Berlin. Das Abitur soll künftig von der Nordsee bis zu den Alpen vergleichbar sein. Bundesweite Bildungsstandards und ein Aufgabenpool mit gemeinsamen Bewertungsvorgaben sollen ein einheitliches Niveau für die Reifeprüfung garantieren. Denn hartnäckig hält sich seit Jahren das Gerücht, dass in dem einen Bundesland das Abitur viel leichter zu haben ist als in dem anderen

Berlin. Das Abitur soll künftig von der Nordsee bis zu den Alpen vergleichbar sein. Bundesweite Bildungsstandards und ein Aufgabenpool mit gemeinsamen Bewertungsvorgaben sollen ein einheitliches Niveau für die Reifeprüfung garantieren. Denn hartnäckig hält sich seit Jahren das Gerücht, dass in dem einen Bundesland das Abitur viel leichter zu haben ist als in dem anderen. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es freilich nicht - selbst wenn Bildungspolitiker dies bisweilen gern in Interviews behaupten.Denn Pisa, Vera und Iglu und viele andere ländervergleichende Leistungstests gibt es für Grundschüler und für 15-Jährige - bislang aber nicht für Abiturienten. Fast euphorisch sprach der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD), am Freitag in Berlin von einem Durchbruch und einem "fast historisch zu bezeichnenden gemeinsamen Weg zu einem vergleichbaren Abitur".

Andere aus der Ministerrunde blieben eher verhalten. Im Abiturstreit sei in den vergangenen Monaten "medial genug heiße Luft" verbreitet worden. Und schließlich sei der KMK-Beschluss über die gemeinsamen Bildungsstandards für das Abitur inzwischen drei Jahre alt.

Doch 16 Kultusminister brauchen halt für manche Dinge ein wenig mehr Zeit. Hier gilt: "Gut Ding will Weile haben." Denn ein nationales Zentralabitur wie etwa in Frankreich mit einheitlichen Prüfungen, die an einem Tag erfolgen - das wollten die deutschen Kultusminister nicht.

Dagegen sprechen nicht nur die unterschiedlichen Ferienregelungen in 16 Bundesländern, auf die Wirtschaft und das Tourismusgewerbe so vehement pochen und die einen solchen Mammut-Prüfungstag für ganz Deutschland erschweren würden.

Noch immer ist bei vielen Schulpraktikern Skepsis angebracht. Denn jede zentrale Prüfungsvorgabe sichert zwar das Minimum an Leistung - beschneidet aber auch wie ein Rasenmäher Spitzenausreißer nach oben. Gut 15 Millionen Euro wollen die Kultusminister für die Entwicklung von Abitur-Bildungsstandards und "Kompetenzmodellen" bis 2015 investieren. Das ländereigene Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin soll in den Ländern entwickelte Abituraufgaben auf ihre bundesweite Eignung prüfen, dazu Leistungskriterien vorgeben und dann die Aufgaben in einen Pool einspeisen, aus denen sich die Länder bedienen können.

Als Termin für einen möglichen bundesweiten Einsatz des Aufgabenpools wird das Schuljahr 2016/2017 angestrebt. Für die Abi-Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch sind die bundesweiten Standards fast fertig. 2014 sollen Biologie, Chemie und Physik folgen.

Am Rande

Die Kultusminister wollen Schülerinnen und Schüler besser vor sexuellem Missbrauch durch Lehrkräfte schützen. Wie der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD), am Freitag in Berlin erläuterte, wollen die Länder das Disziplinarrecht straffen und sicherstellen, dass das Obhutsverhältnis grundsätzlich für jede Beziehung zwischen Schüler und Lehrer gilt. Dazu solle auch geprüft werden, ob der entsprechende Paragraf 174 des Strafgesetzbuches geändert werden müsse. kna

Unser Ort hat viele Gesichter - St. Wendel Die Saarbrücker Zeitung zeigt, wie viele Gesichter die Orte haben. Die Menschen sind zu den Terminen gekommen und haben tolle Bilder für ihren Ort abgegeben. Heute präsentiert sich die Kernstadt St. Wendel.
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