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Kultusminister wollen mehr Lehrer

Kultusminister wollen mehr Lehrer

Waren. Trotz sinkender Schülerzahlen haben Lehrerstudenten in Deutschland gute Berufsaussichten. Die Kultusminister der Länder einigten sich gestern auf ihrer Konferenz in Waren (Mecklenburg-Vorpommern) darauf, weiter jährlich 30 000 junge Lehrer einzustellen

Waren. Trotz sinkender Schülerzahlen haben Lehrerstudenten in Deutschland gute Berufsaussichten. Die Kultusminister der Länder einigten sich gestern auf ihrer Konferenz in Waren (Mecklenburg-Vorpommern) darauf, weiter jährlich 30 000 junge Lehrer einzustellen. Die Zahl soll bis 2012 auf 32 000 Referendare bundesweit steigen, sagte der Schweriner Minister Henry Tesch (CDU) als Präsident der Kultusministerkonferenz.

Wie die Länder bis 2020 Lehrer ausbilden, soll bis Ende 2010 geklärt werden. "Wer hier ein Lehramt studiert, kriegt einen Arbeitsplatz", sagte Tesch.

Die Bildungsminister befassten sich außerdem mit Korrekturen bei den in die Kritik geratenen Bachelor- und Masterstudiengängen und der Mobilität der Studenten. Einer Studie zufolge seien deutsche Studenten im europaweiten Vergleich überdurchschnittlich mobil, wenn es darum gehe, nach dem Bachelorabschluss den weiterführenden Master an einer anderen Hochschule im In- oder Ausland abzulegen, erklärte Tesch. Wie die geplanten Korrekturen an den Studiengängen aussehen, soll am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin erläutert werden. Bei den Lösungsansätzen gehe es unter anderem um eine Flexibilisierung der Studiengänge heißt es.

Laut dem so genannten Bologna-Prozess soll innerhalb der Europäischen Union ein einheitlicher Hochschulraum entstehen. Die Studiengänge werden dazu allesamt auf Batchelor und Master umgestellt. Bei der großen Mehrheit der Studiengänge in Deutschland ist das bereits passiert. Kritiker bemängeln jedoch eine zu hohe Stofffülle und Verschulung im Bachelor-Studium. Diese Probleme sollen durch die Änderungen verschwinden.

Die Konferenz wurde von Lehrerprotesten begleitet. Mehr als 100 Pädagogen aus acht Bundesländern demonstrierten Gewerkschaftsangaben zufolge vor dem Tagungsort für einheitliche Vergütungsregeln für die bundesweit rund 200 000 angestellten Lehrer. Seit September verhandeln Gewerkschaften und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder über eine neue Entgeltordnung für Lehrer. Bisher entscheide jedes Bundesland im Alleingang, wie ein Lehrer eingruppiert wird, kritisierte der Verhandlungsführer der dbb tarifunion, Helmut Overbeck. "Hier müssen endlich klare und einheitliche Regeln für alle her."

Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, überreichte Tesch ein Papier mit den Forderungen. "Die Unterschiede in der Bezahlung zwischen den Ländern, insbesondere zwischen Ost und West, müssen beseitigt werden", betonte er. Tesch erklärte, die Ost-West-Angleichung komme ab 2010. Die Kultusminister seien aber nicht "die Tarifminister." dpa/ddp