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Künstliche Befruchtung von anonymem Spender steuerlich absetzbar

München. Paare mit unerfülltem Kinderwunsch können die Kosten für eine künstliche Befruchtung von der Steuer absetzen. Dies gilt auch dann, wenn die Frau mit dem Samen eines anonymen Fremdspenders befruchtet wird, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem gestern bekanntgegebenen Urteil

München. Paare mit unerfülltem Kinderwunsch können die Kosten für eine künstliche Befruchtung von der Steuer absetzen. Dies gilt auch dann, wenn die Frau mit dem Samen eines anonymen Fremdspenders befruchtet wird, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem gestern bekanntgegebenen Urteil. Damit hat das oberste Finanzgericht seine bisherige Rechtsprechung aufgegeben (AZ: VI R 43/10).Bislang konnten Paare die Kosten für eine künstliche Befruchtung nur steuerlich geltend machen, wenn der Samen vom Partner stammte. Im konkreten Fall war der Kläger wegen einer inoperablen Sterilität zeugungsunfähig, die Ehefrau war dagegen gesund. Die Eheleute entschlossen sich, eine künstliche Befruchtung mit Hilfe einer anonymen Samenspende vornehmen zu lassen. Das Finanzamt wollte die Kosten von rund 21 000 Euro nicht als außergewöhnliche Belastung anerkennen. Die Behörde verwies dabei auf die bisherige Rechtsprechung des BFH. epd