Kritik nach Freispruch um Feuertod in Dessau

Kritik nach Freispruch um Feuertod in Dessau

Dessau-Roßlau. Nach Freisprüchen im Prozess um den Feuertod eines Asylbewerbers in einer Dessauer Polizeizelle prüft die Staatsanwaltschaft, ob sie Ermittlungen gegen Zeugen wegen Falschaussagen einleitet

Dessau-Roßlau. Nach Freisprüchen im Prozess um den Feuertod eines Asylbewerbers in einer Dessauer Polizeizelle prüft die Staatsanwaltschaft, ob sie Ermittlungen gegen Zeugen wegen Falschaussagen einleitet. Oberstaatsanwalt Christian Preissner sagte gestern, das Landgericht Dessau-Roßlau habe in seiner Urteilsbegründung am Montag deutlich gemacht, dass Zeugen in dem Prozess falsch ausgesagt hätten. Diesen Vorwurf werde man jetzt prüfen. "Danach wird zu entscheiden sein, ob gegebenenfalls Ermittlungen einzuleiten sind, nicht nur was die Aussagen von Polizisten betrifft." Unterdessen reißt die Kritik an den Freisprüchen der beiden Polizisten nicht ab. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte in Berlin: "Dieser Prozess hat wieder einmal gezeigt, dass es in Deutschland ausgesprochen schwierig ist, Polizeigewalt aufzuklären." Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl kritisierte: "Der Tod von Oury Jalloh bleibt ungesühnt." Das Gericht sei an einer Mauer des Schweigens bei den Polizeizeugen und einer Fülle von Ermittlungspannen gescheitert. dpa