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Kostenexplosion bei Saarbrücker Stadion-Umbau

Kostenexplosion bei Saarbrücker Stadion-Umbau

Rund acht Millionen Euro teurer wird der Umbau des Ludwigsparks in Saarbrücken. Nun wird geprüft, ob Tribünen kleiner ausfallen sollen.

Die Stadt Saarbrücken hat die Kosten für den Umbau des Ludwigsparkstadions deutlich nach oben korrigiert. Die Summe war vor einem Jahr bereits von 16 auf 20 Millionen Euro erhöht worden. Gestern musste die Verwaltungsspitze einräumen, dass sich die Gesamtkosten für Tribünen, Gebäude, Technik und Außenflächen voraussichtlich auf 28 Millionen Euro belaufen werden, wenn das Vorhaben in der beschlossenen Form umgesetzt wird. Dies bedeutet einen Anstieg von 75 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung.

"Das ist eine Entwicklung, mit der wir nicht gerechnet haben, mit der auch das renommierte Planungsbüro nicht gerechnet hat", sagte Sportdezernent Harald Schindel. Als Gründe für den Anstieg nannten Schindel und Baudezernent Heiko Lukas gestiegene Preise durch die gut laufende Baukonjunktur und mangelnden Wettbewerbsdruck, weil nur wenige Bieter Angebote eingereicht hatten. Einen weiteren Anstieg schloss Schindel indes aus: In den 28 Millionen seien Puffer enthalten, "das ist für uns wirklich die oberste Spitze".

Die beiden Dezernenten erklärten gestern: "Wir befinden uns in einer sehr schwierigen und neuen Situation, die wir nun mit unserem Projektpartner Land, mit den städtischen Gremien und im Aufsichtsrat sehr genau erörtern müssen." Das saarländische Innenministerium schließt eine Beteiligung an den zusätzlichen Kosten kategorisch aus. Die Landesregierung hatte im November 2016 beschlossen, sich mit knapp 15 Millionen Euro am Umbau des Ludwigsparkstadions zu beteiligen, die restlichen fünf Millionen sollte die Stadt tragen. Die Kostenverantwortung liege ausschließlich bei der Landeshauptstadt als Bauherrin, teilte das Ministerium mit. Ob das Land die 15 Millionen Euro überhaupt zahlen wird, ist offenbar noch in der Schwebe. "Die Bewilligung des Landes ist an die Einhaltung der zuwendungs- und vergaberechtlichen Bestimmungen gebunden. Insofern bleibt das weitere Verfahren abzuwarten", erklärte das Innenministerium.

Die Stadtspitze will die Planungen und den Umbau wie vorgesehen fortführen. Die Arbeiten sollen demnach im August 2018 fertiggestellt sein. Bis März will die Verwaltung dem Stadtrat Finanzierungsvorschläge vorlegen und Alternativen aufzeigen. Dabei soll es auch um die Frage gehen, ob zum Beispiel beim Ausbau der Tribünen gespart werden kann - oder ob eine der Tribünen ganz wegfallen soll. Dies sei zwar eine Möglichkeit, aber nicht der Vorschlag der Verwaltung, hieß es. Schindel schloss gestern nichts aus, auch nicht den Einstieg eines privaten Investors.

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