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Kommentar zur Bundes-Notbremse: Pi mal Daumen mal Corona

Kommentar : Pi mal Daumen mal Corona

Also sieht die Bundes-Notbremse nach der Einigung von Union und SPD jetzt vor, dass Spaziergänge ab 22 Uhr für Einzelpersonen bis Mitternacht erlaubt bleiben. Auch Individualsport. Ein echtes Entgegenkommen an die vielen Spätjogger. Danach geht so was nur noch mit Hund an der Leine.

Wenn jene, die die Bundesnotbremse als willkürlich betrachten, je Argumente gebraucht haben – die Koalition liefert sie. Pi mal Daumen ersetzt wissenschaftliche Begründungen. Die gibt es nämlich für keine der gefundenen Grenzziehungen. Und der Sinn des Ganzen, Kontakte zu minimieren, abendliche Treffen drinnen oder draußen zu verhindern, verschwindet fast komplett.

Koalition gerettet, aber zwei Fragen bleiben trotzdem offen: Werden auch die Gerichte den Kompromiss akzeptieren und Klagen gegen ein Gesetz, das auf so wackeliger Faktenbasis steht, abweisen? Oder werden sie sagen: Warum nicht 0.30 Uhr als allerletzte Schlafenszeit, warum nicht zwei Spaziergänger? Und zweitens: Wird das Coronavirus ebenso kompromissfähig sein wie die Groko? Ein bisschen weniger ansteckend als bisher? Schön wär’s ja.