Kommentar zur bevorstehenden Entscheidung bei US-Strafzöllen: Reden – aber ohne Drohung im Rücken

Kommentar zur bevorstehenden Entscheidung bei US-Strafzöllen : Reden – aber ohne Drohung im Rücken

Es ist ein törichtes Spiel mit den Zöllen. Denn mit jedem Drehen an der Zoll-Schraube bestraft US-Präsident Trump zwar Europäer, Chinesen, Japaner oder Südkoreaner, aber er schadet immer auch sich selbst.

Es ist eine Politik der politischen Stimmungsmache. Im Airbus-Verfahren ging es um zwei Flugzeugtypen, deren Marktanteil denkbar gering ist. Die eigentlichen Verkaufsschlager des europäischen Flugzeugbauers waren nicht einmal Thema des Prozesses. Dafür handelte sich Trump eine Gegenklage gegen den ohnehin schwer angeschlagenen Boeing-Konzern ein. Nicht anders verhält es sich bei den angedrohten Zöllen für europäische Pkw. Zum einen liegt deren Erfolg im Rückstand der amerikanischen Hersteller begründet. Zum anderen werden gerade die Daimler-, BMW- und Volkswagen-Modelle, die der Präsident künstlich verteuern will, in den USA gebaut. Eine Anhebung der Importabgabe würde US-Jobs treffen. Über viele andere Handelsungleichgewichte kann man reden, aber nicht mit einer Drohung im Rücken. Die EU ist nicht machtlos, das weiß Washington. Es wäre deshalb für beide Seiten gut, wenn es am 13. November zu einem Vertrag käme, der für Ruhe sorgt.

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