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Kommentar zu Reisebeschränkungen

Kommentar : Reiseverbote helfen in der Krise wenig

Vieles an der Corona-Bekämpfung ist verzweifeltes Bemühen, denn der Feind entzieht sich. Manches grenzt dabei schon an Symbolik. Reisebeschränkungen zum Beispiel können helfen, wenn man die Einschleppung des Virus in ein ansonsten weitgehend infektionsfreies Gebiet verhindern und die Kontrolle über Verbreitungswege behalten will.

Nicht aber, wenn die Krankheit längst da ist. Und das ist in ganz Deutschland der Fall. Die Unterschiede zwischen den Regionen sind relativ gering, lokale Ausbrüche kann es überall geben. Vollends absurd wird es, wenn jetzt Angestellten aus Berlin-Mitte oder Familien aus Hamm sogar das Reisen innerhalb Deutschlands untersagt wird. Das zerstört Urlaubspläne, stürzt Hoteliers in die Krise – und hilft kaum. 

Immerhin soll nächste Woche das Chaos der unterschiedlichen Quarantäne- und Test-Bestimmungen beseitigt werden. Es kommt wahrscheinlich die Fünf-Tage-Test-Regelung. Aber da fast die ganze Welt Risikogebiet ist, macht das Reisen sowieso keinen Spaß mehr zu. Viel wichtiger wäre es, wenn Bund und Länder sich endlich einem anderen Thema widmen würden: Der Durchsetzung der Abstands- und Hygieneregeln für alle und überall. Ob in Berlin oder in Buxtehude. Ob daheim oder im Urlaub. Damit wäre das Coronavirus vielleicht schlagbar.