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Kommentar: Richtiges Urteil, falsche Begründung

Kommentar : Richtiges Urteil, falsche Begründung

Auch wenn Assange einen Etappensieg verbuchen konnte, hat die Pressefreiheit keineswegs gewonnen. Vielmehr wird der 49-Jährige nur deshalb nicht in die USA ausgeliefert, weil die Richterin befürchtet, er könnte in Isolationshaft Suizid begehen.

Den US-Anklagepunkten stimmte sie indes in vielen Punkten zu. Recht geben muss man ihr darin, dass Assanges Handeln über das Verhalten eines investigativen Journalisten weit hinausging. Obwohl er sich der Gefahr für Informanten bewusst war, hat er deren Namen in den veröffentlichten Dokumenten nicht immer geschwärzt. Das zeigt, dass er stets mehr Aktivist denn Journalist war. Doch dieser Fehler rechtfertigt nicht die Überreaktion der USA, Assange nach dem Spionagegesetz anzuklagen. Es wäre sogar gefährlich, wenn die USA mit ihm ein Exempel für Journalisten weltweit statuieren könnten, die oft unter lebensgefährlichen Bedingungen großes Unrecht aufdecken. London tut daher gut daran, sich nicht zum Komplizen zu machen, indem es Assange ausliefert.