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Kinder sollen Krach machen dürfen

Kinder sollen Krach machen dürfen

Berlin. Nach den Kinderspielplätzen sind nun Sportstätten an der Reihe: Union und FDP wollen auch Klagen wegen Lärms auf Bolzplätzen, Skate- und Basketballanlagen eindämmen. Demnach sollen großzügige Lärmrichtwerte in die sogenannte "Sportstätten-Lärmschutzverordnung" aufgenommen werden

Berlin. Nach den Kinderspielplätzen sind nun Sportstätten an der Reihe: Union und FDP wollen auch Klagen wegen Lärms auf Bolzplätzen, Skate- und Basketballanlagen eindämmen. Demnach sollen großzügige Lärmrichtwerte in die sogenannte "Sportstätten-Lärmschutzverordnung" aufgenommen werden. Das geht aus einem gemeinsamen Antrag der Koalitionsfraktionen hervor, der unserer Zeitung vorliegt und in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, das Vorhaben umzusetzen.In Sachen Sport gehören die Deutschen zu den Weltmeistern: Es gibt 91 000 Sportvereine mit über 27 Millionen Mitgliedern. Das ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite wächst in den Kommunen das Angebot an freien Sportmöglichkeiten für Jugendliche. Immer häufiger gibt es deshalb Beschwerden von Nachbarn, die sich belästigt fühlen. Die Koalition will nun Rechtssicherheit bei der Lärmbeurteilung schaffen, heißt es in dem gemeinsamen Antrag von Union und FDP. Dafür sollen neue, "nicht zu enge Immissionsrichtwerte und Öffnungszeiten" in die entsprechende Verordnung aufgenommen werden.

"Nachdem die Koalition den Kinderlärm einer sachgerechten Lösung zugeführt hat, muss nun auch für Jugendliche etwas erreicht werden", begründete FDP-Expertin Gisela Piltz die Initiative. Derzeit seien stets Einzelfallprüfungen notwendig, die oft zu Schwierigkeiten bei der Errichtung von Bolzplätzen oder Skaterparks führten. Der Vorschlag der Koalition diene daher der Befriedung regelmäßig aufkommender Konflikte zwischen Anwohnern und Jugendlichen, so Piltz zu unserer Zeitung.

 Die Koalition will Klagen gegen Lärm auf Sportplätzen eindämmen. Foto: dpa
Die Koalition will Klagen gegen Lärm auf Sportplätzen eindämmen. Foto: dpa

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) begrüßte das Vorgehen der Koalition. In der Folge hofft der DOSB jedoch auf eine Komplettlösung, die auch den Vereinssport einschließt: So müssten Geräusche, unabhängig davon, ob sie auf einem Sportplatz, Bolzplatz oder in einem Kindergarten entstünden, akzeptiert werden und dürften nicht Anlass zur Nutzungseinschränkung dieser Orte sein. Zunehmend, so der DOSB, gebe es lärmrechtliche Auseinandersetzungen in Deutschland und erfolgreiche Klagen gegen Sportvereine oder andere Eigentümer von Anlagen. Der DOSB fordert daher eine Novellierung der Sportanlagen-Lärmschutzverordnung.