Kenyatta neuer Präsident Kenias

Kenyatta neuer Präsident Kenias

Nairobi. Bei der Präsidentenwahl in Kenia hat sich der stellvertretende Regierungschef Uhuru Kenyatta knapp durchgesetzt. Der 51-Jährige erhielt 50,07 Prozent der Stimmen, wie die kenianische Wahlkommission am Samstag nach einem von technischen Pannen begleiteten Auszählungsmarathon bekannt gab. Kenyattas schärfster Konkurrent, Premierminister Raila Odinga (68), kam auf 43 Prozent

Nairobi. Bei der Präsidentenwahl in Kenia hat sich der stellvertretende Regierungschef Uhuru Kenyatta knapp durchgesetzt. Der 51-Jährige erhielt 50,07 Prozent der Stimmen, wie die kenianische Wahlkommission am Samstag nach einem von technischen Pannen begleiteten Auszählungsmarathon bekannt gab. Kenyattas schärfster Konkurrent, Premierminister Raila Odinga (68), kam auf 43 Prozent. Für einen Sieg im ersten Wahlgang waren die absolute Mehrheit und ein Stimmenanteil von mindestens 25 Prozent in der Hälfte der Wahlbezirke erforderlich. Kenyatta erfüllte beide Bedingungen.

Odinga will das Wahl-Ergebnis gerichtlich anfechten. Es gebe eklatante Fehler bei der Auszählung der Stimmen, sagte Odingas Sprecher Salim Lone der kenianischen Tageszeitung "The Standard". Isaack Hassan, Leiter der Wahlkommission, wies diese Vorwürfe zurück.

Der Sohn des Freiheitskämpfers und Staatsgründers Jomo Kenyatta gibt sich gern als "Mann des Volkes". Zu großen Wahlkampfauftritten schwebte er gern mit seinem Hubschrauber ein und ließ sich von seinen Fans feiern. Sein Name ist ein Versprechen. "Uhuru" heißt auf Kishuaheli Freiheit, Kenyatta steht für die Geburt einer Nation. Doch in den klingenden Namen mischen sich Misstöne, seit der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag wegen Kriegsverbrechen ermittelt.

Es geht um die Unruhen nach der letzten Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren. Damals kam es im Streit über das Wahlergebnis zu schweren ethnisch geprägten Ausschreitungen. Etwa 1300 Menschen wurden getötet und mehr als 600 000 vertrieben. Die Anklage wirft Kenyatta und dem nun ebenfalls gewählten Vize-Präsidenten William Ruto vor, Mord, Vergewaltigung und Vertreibung geschürt zu haben.

Gut 14 Millionen Kenianer waren aufgerufen, neben einem neuen Präsidenten auch ein neues Parlament sowie Senatoren, Gouverneure, Distriktversammlungen und Frauenvertreterinnen zu wählen. Die sehr komplexe Wahl war die erste nach der neuen Verfassung von 2010. Durch sie erhält Kenia eine neue politische Struktur, in der unter anderem die Macht dezentralisiert wird.

Uhuru Kenyatta siegte bei den Wahlen in Kenia. Foto: Daniel Irungu/dpa.

Bislang ist Kenia einer der wichtigsten Verbündeten des Westens am unruhigen Horn von Afrika. Der Wahlsieg von Kenyatta und Ruto könnte für das ostafrikanische Land diplomatische und wirtschaftliche Folgen haben. Die USA, die EU und Großbritannien haben im Vorfeld deutlich gemacht, dass sie ihre Kontakte mit einem wegen Kriegsverbrechen angeklagten Präsidenten "auf das Nötigste" beschränken würden. Im Wahlkampf wetterte Uhuru Kenyatta heftig gegen den Westen. epd

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