Karsai lobt Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan

Berlin/Kabul. Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat den Einsatz der Bundeswehr in seinem Land gelobt, den ausländischen Verbündeten zugleich aber Versäumnisse vorgeworfen

Berlin/Kabul. Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat den Einsatz der Bundeswehr in seinem Land gelobt, den ausländischen Verbündeten zugleich aber Versäumnisse vorgeworfen. Der Westen habe erst jetzt erkannt, dass sich der Anti-Terrorkampf nicht gegen afghanische Dörfer richten dürfe, sondern gegen die "Rückzugsgebiete, die Trainingscamps, die finanziellen Unterstützer" der Terroristen, sagte Karsai dem "Spiegel". Zum Bundeswehr-Einsatz erklärte er: "Die Deutschen haben sich nichts vorzuwerfen, sie haben ihre Sache gut gemacht." Dass auf deutschen Befehl hin bei der Bombardierung zweier Tanklaster Zivilisten getötet wurden, habe die Beziehung zu Deutschland nicht eingetrübt: "Keine andere Regierung hat sich so um die zivilen Opfer gekümmert wie die deutsche." Karsai begrüßte das Umdenken des Westens, das sich vergangene Woche bei der Afghanistan-Konferenz in London gezeigt habe. Die internationale Gemeinschaft habe "endlich" begriffen, wie wichtig ein Aussöhnungsprogramm mit den Taliban sei: "Hätten die Verbündeten das schon vor acht Jahren eingesehen, stünden wir heute besser da. Leider haben nicht alle auf uns gehört." Die Konferenz hatte sich unter anderem auf ein Aussteiger-Programm für Taliban geeinigt, für das rund 360 Millionen Euro zugesagt wurden. afp/dpa

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