Kampfdrohne tötet Hass-Prediger

Kampfdrohne tötet Hass-Prediger

Sanaa/Washington. Der Al-Qaida-Prediger Anwar al-Awlaki (Foto: afp), einer der meistgesuchten Terroristen der Welt, ist im Jemen getötet worden. US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Tod des 40-jährigen Jemeniten mit US-Pass am Freitag als einen "weiteren bedeutenden Meilenstein" in dem Bemühen, die Terror-Organisation zu besiegen

Sanaa/Washington. Der Al-Qaida-Prediger Anwar al-Awlaki (Foto: afp), einer der meistgesuchten Terroristen der Welt, ist im Jemen getötet worden. US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Tod des 40-jährigen Jemeniten mit US-Pass am Freitag als einen "weiteren bedeutenden Meilenstein" in dem Bemühen, die Terror-Organisation zu besiegen. Al-Awlaki wurde durch den Beschuss einer ferngesteuerten US-Kampfdrohne getötet, sagte ein Militärsprecher dem Sender CNN. Arabische Medien hatten zuvor unter Berufung auf Stammesführer aus der Region gemeldet, ein unbemanntes Kampfflugzeug habe am Freitagmorgen eine Rakete auf einen Konvoi im Bezirk Raghwan abgefeuert, an der Grenze zwischen den Provinzen Al-Dschauf und Marib. In einem Auto des Konvois habe Al-Awlaki gesessen, der tödlich getroffen worden sei. Zehn Begleiter seien ebenfalls ums Leben gekommen, darunter Mitglieder der Gruppe Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel, sagte ein saudischer Terrorexperte dem Nachrichtensender Al-Arabija. Bewohner der Region erklärten, die Kampfdrohne habe schon seit drei Tagen über dem Gebiet gekreist.Al-Awlaki gehörte zu den führenden Predigern des Terrornetzwerkes Al Qaida. Er soll viele Terroristen zu Anschlägen angestachelt haben. Der Extremist wurde 1971 als Sohn jemenitischer Eltern in den USA geboren, wo er auch studiert hat. In seinen Hasspredigten hatte Al-Awlaki mehrfach zur Tötung von Amerikanern aufgerufen. Die USA führten ihn bisher auf einer schwarzen Liste von Terroristen, die "tot oder lebendig" gefasst werden sollen, und versuchten mehr als einmal erfolglos, ihn aufzuspüren und zu töten. Lokale Medien hatten mehrfach falsch berichtet, Al-Awlaki sei bereits getötet worden. Al-Awlaki hatte - wie man aus Verhören weiß - Islamisten im Jemen rekrutiert, um Anschläge im Ausland zu verüben. Er soll auch im Kontakt mit dem Amokläufer von Fort Hood gestanden haben, der Ende 2009 auf einem Militärstützpunkt in Texas 13 Menschen getötet hatte. Auch mit dem 23 Jahren alten Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab, der Weihnachten an 2009 über Detroit versucht hatte, einen Sprengsatz an Bord eines Passagierflugzeugs zu zünden, soll er laut US-Behörden in Verbindung gewesen sein.

Die tödlichen Einsätze von US-Kampfdrohnen trafen bislang vor allem Ziele in Pakistan. Nach einem Bericht der "Washington Post" vom 21. Juli betreibt die US-Regierung geheime Lager für Drohnen zur Terrorismusbekämpfung auch am Horn von Afrika und der Arabischen Halbinsel. So habe das US-Militär in der Vergangenheit Drohnen über Somalia und Jemen fliegen lassen, die von einer Basis aus dem nordostafrikanischen Land Dschibuti gestartet worden seien. dpa

Meinung

Großer Erfolg

für Obama

Von SZ-KorrespondentThomas Spang

Die Bedeutung des erfolgreichen Schlags gegen den Terrorführer al-Awlaki kann nicht hoch genug geschätzt werden. Er genoss Kultstatus im Internet, wo er seine Propaganda in Arabisch und Englisch verbreitete. Weil der amerikanische Staatsbürger in den USA aufwuchs, verstand er es wie kein Zweiter, Moslems in westlichen Kulturen anzusprechen. Gerade das machte ihn gefährlich. Nach dem Tod von Osama bin Laden ruhten auf dem Mann mit der Nickelbrille die Hoffnungen der Al Qaida. Dank der Entschlossenheit Barack Obamas wird daraus nun nichts mehr. Der US-Präsident persönlich erteilte den Auftrag, Awlaki auszuschalten. Ein Pfund, mit dem er im Wahlkampf wuchern kann.

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