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Kampf gegen Corona: Arzt in Italien behandelt Covid19 mit Rheumamittel

Kostenpflichtiger Inhalt: Coronavirus : Hilft Rheumamittel gegen Covid19-Lungenentzündung?

Eine ungewöhnliche Idee hatte ein Onkologe aus Italien: Ihm ist es offenbar gelungen, in einigen Fällen die Lungenentzündung, die durch das Coronavirus ausgelöst wird, mit einem Rheumamittel zu therapieren. Eine weltweite Studie soll diesen Effekt nun überprüfen.

Einem Mediziner aus dem italienischen Neapel ist im Kampf gegen das Coronavirus offenbar ein erster Zwischenerfolg gelungen. Der Krebsmediziner Paolo Ascierto behandelte Patienten, die wegen des Coronavirus an einer schweren Lungenentzündung litten, mit einem Rheumamittel. Da es sich in einigen Fällen als erfolgsversprechend herausstellte, soll jetzt die Wirksamkeit in einer klinischen Studien überprüft werden. Das berichtet das Deutschlandradio.

Demnach mussten von zehn Patienten, die das Rheumamittel bekamen, sieben bereits künstlich beatmet werden. Von diesen sieben zeigten fünf eine deutliche Verbesserung, so der Arzt. Ein anderer Patient war bereits so stark erkrankt, dass er kurze Zeit später starb, ein weiterer zeigte keine Wirkung. Auch die drei Patienten, die noch nicht beatmet werden mussten, häten eine deutliche Verbesserung der Atmung gezeigt.

Der Ansatz soll in den nächsten Wochen in einer klinischen Studie getestet werden. Sollte die Wirkung bestätigt werden, könnte die Intensivmedizin in den Krankenhäusern enorm entlastet werden. Der Schweizer Pharmakonzern La Roche, der das Medikament namens Tocilizumab herstellt, hat angekündigt, es für die Studie kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Eine Wunderwaffe gegen das Virus sei das Rheuma-Medikament nicht, warnt Ascierto und schon gar kein Impf- oder Heilmittel. „Das Medikament ist kein Medikament gegen das Virus. Aber es hilft gegen eine Komplikation der Erkrankung. Wenn das funktioniert, ist das schon sehr hilfreich“, sagte er im Deutschlandradio.