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Jetzt droht auch bei der Post ein Streik – Verdi: Aktionen auch im Saarland

Jetzt droht auch bei der Post ein Streik – Verdi: Aktionen auch im Saarland

Kita-Mitarbeiterinnen streiken, der Widerstand der Lokführer schwelt weiter, nun stehen auch bei der Post Proteste an: Die Gespräche über kürzere Arbeitszeiten sind geplatzt, diese Woche soll es bundesweit Warnstreiks geben.

Viele Postkunden in Deutschland werden sich diese Woche erneut auf Verzögerungen bei der Zustellung von Briefen und Paketen einstellen müssen: Nach dem Abbruch der vierten Tarifrunde über kürzere Arbeitszeiten kündigte die Gewerkschaft Verdi bundesweite Streikmaßnahmen an. "Die Zeichen stehen auf Sturm", sagte Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Den genauen Zeitpunkt von Streiks will Verdi kurzfristig mitteilen.

Die Gewerkschaft hatte ein neues Angebot der Arbeitgeber als unzureichend abgelehnt. Die Post sei nicht bereit, die Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich zu verkürzen, sagte Kocsis. Vielmehr verschärfe das Unternehmen mit seinem Angebot den Tarifkonflikt. Michael Blug, Verdi-Landesbezirkschef für Saarland und Rheinland-Pfalz, schlug noch deutlichere Töne an. "Die Post begeht Vertragsbruch und verstößt gegen tarifliche Vereinbarungen", sagte er zur SZ. Verdi werde eine "harte Antwort auf das Verhalten des Post-Vorstandes geben". Auch im Saarland werde es diese Woche Protestaktionen geben, so Blug. Über den genauen Zeitpunkt will die Gewerkschaft heute entscheiden. Bundesweit ist jetzt die Tarifkommission am Zug. Wird das Scheitern der Verhandlungen erklärt, sind Urabstimmung und mehrtägige Streiks nicht mehr ausgeschlossen.

Mit Unverständnis und Enttäuschung reagierte die Post auf die Haltung der Gewerkschaft. Man habe "ein sehr solides Angebot vorgelegt", sagte die Personalchefin des Konzerns, Melanie Kreis. Das Management hatte unter anderem angeboten, den Kündigungsschutz bis Ende 2018 zu verlängern. Zudem sollten der 24. und 31. Dezember wieder als arbeitsfreie Tage gelten. Daraus ergebe sich insgesamt eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich. Die Gewerkschaft fordert eine Verkürzung von 38,5 auf 36 Stunden ohne Lohnverzicht.