Jemen startet Militär-Operation gegen Terroristen

Jemen startet Militär-Operation gegen Terroristen

Berlin/Washington. Vier Tage nach den versuchten Paketbombenanschlägen hat der Jemen gestern eine großangelegte Militäroperation gegen Terroristen gestartet. Mit der Offensive will die Regierung nach Ansicht von Beobachtern eine mögliche Intervention amerikanischer Anti-Terror-Einsatzkommandos verhindern

Berlin/Washington. Vier Tage nach den versuchten Paketbombenanschlägen hat der Jemen gestern eine großangelegte Militäroperation gegen Terroristen gestartet. Mit der Offensive will die Regierung nach Ansicht von Beobachtern eine mögliche Intervention amerikanischer Anti-Terror-Einsatzkommandos verhindern. Im Mittelpunkt der Suche stehen der Saudi Ibrahim Hassan al-Asiri, der die Paketbomben hergestellt haben soll, und der von den USA gesuchte Hassprediger Anwar al-Awlaki. Die Deutsche Flugsicherung ist vom Bundesverkehrsministerium angewiesen worden, direkte und indirekte Flüge aus dem Jemen bis auf weiteres nicht mehr in den deutschen Luftraum einzulassen. Vorher war lediglich der Transport von Luftfracht aus dem Jemen untersagt worden.Befugnis für Bundespolizei?Nach einem Bericht des US-Fernsehsenders ABC hat das Terrornetz Al Qaida schon Mitte September Möglichkeiten eines Anschlags in den USA durch Luftfracht getestet. Bei dem Testlauf seien Haushaltsgüter, religiöse Literatur und eine CD vom Jemen an eine Adresse in Chicago gesandt worden. Die Sendung sei entdeckt und durchsucht worden. Sie sei aber weitergeleitet worden, weil die Fracht keinen Sprengstoff enthalten habe. In der Nacht zum Freitag waren aus dem Jemen abgeschickte Pakete mit Sprengsätzen in Frachtmaschinen auf dem englischen Flughafen East Midlands und in Dubai entdeckt worden. Das in England beschlagnahmte Paket war zuvor auf dem Flughafen Köln/Bonn umgeladen worden. Luftfracht wird in Deutschland bislang in erster Linie von den Logistikunternehmen selbst kontrolliert. Das Innenministerium bestätigte, dass über erweiterte Zuständigkeiten der Bundespolizei gesprochen werde. dpa/afp

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