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Jamaika ist in aller Munde

Jamaika ist in aller Munde

Was Helmut Kohl früher mit einem Anruf erledigt hat, macht die Kanzlerin per SMS: Anweisungen erteilen, loben und rüffeln. Angela Merkel verschickt, wo sie geht und steht, mit dem Handy Textmitteilungen, im Gegenzug wird sie über das Mobiltelefon permanent auf dem Laufenden gehalten. SMS-süchtig, spotten einige, unverzichtbar, sagen ihre Getreuen

Was Helmut Kohl früher mit einem Anruf erledigt hat, macht die Kanzlerin per SMS: Anweisungen erteilen, loben und rüffeln. Angela Merkel verschickt, wo sie geht und steht, mit dem Handy Textmitteilungen, im Gegenzug wird sie über das Mobiltelefon permanent auf dem Laufenden gehalten. SMS-süchtig, spotten einige, unverzichtbar, sagen ihre Getreuen. Aber sicher vor Lauschangriffen, wie auch das Handy von Herausforderer und Außenminister Steinmeier. Der hat einen Apparat übrigens schon mal verloren, was ohne größere Folgen blieb. Schnelle Informationen sind in diesen Jobs eben das A und O. Gerade im Wahlkampf ist es wichtig, immer auf dem Laufenden zu sein, um fix selber reagieren zu können, um die eigenen Inhalte zu platzieren. Wobei: Inhalte scheinen ja längst nicht mehr so wichtig zu sein, vielmehr sind es die Koalitionsspielchen der Parteien. Und daran tragen die Medien durchaus eine gewisse Mitschuld, weil sie sich häufig mehr für die Farbenlehre als für die Sache interessieren. Vor vier Jahren war es sogar so, dass ein ganz besonderes Koalitionswort von Journalisten erfunden wurde: Jamaika - ein Bündnis aus Union, FDP und Grünen, also Schwarz-Gelb-Grün entsprechend der Nationalfahne des kleinen Inselstaates. So viel wie damals wurde wohl noch nie in Deutschland über Jamaika gesprochen, und nach der nächsten Wahl könnte sich dies wiederholen . . . has