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Italiens Präsident glaubt an Regierung in "nächsten Wochen"

Italiens Präsident glaubt an Regierung in "nächsten Wochen"

Rom/Berlin. Italiens Präsident Giorgio Napolitano ist internationalen Befürchtungen entgegengetreten, dass die Regierungsbildung in Rom zur monatelangen Hängepartie wird. "Ich bin sicher, dass in den nächsten Wochen eine italienische Regierung gebildet wird", sagte Napolitano gestern bei seinem Besuch in Berlin

Rom/Berlin. Italiens Präsident Giorgio Napolitano ist internationalen Befürchtungen entgegengetreten, dass die Regierungsbildung in Rom zur monatelangen Hängepartie wird. "Ich bin sicher, dass in den nächsten Wochen eine italienische Regierung gebildet wird", sagte Napolitano gestern bei seinem Besuch in Berlin. Der 87-Jährige entscheidet darüber, wer nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl den Auftrag zur Regierungsbildung bekommt.

Unterdessen liefern sich die Parteien in Italien einen verbalen Schlagabtausch. Ex-Premierminister Silvio Berlusconi brachte dabei erneut eine große Koalition seines Mitte-Rechts-Bündnisses mit den Linken von Pier Luigi Bersani ins Gespräch. Er rief die anderen politischen Kräfte zu einem "Signal der Stabilität" für das Land auf.

Der bei den Parlamentswahlen erfolgreiche Chef der populistischen Protestpartei "Fünf-Sterne-Bewegung", Beppe Grillo, hat es mehrfach abgelehnt, sich an einer Regierung gemeinsam mit dem Mitte-Links-Bündnis des Sozialdemokraten Bersani zu beteiligen. Bersani hatte die Wahlen zwar knapp gewonnen. Im Senat, der zweiten Kammer, hat jedoch kein Lager eine Mehrheit.

Berlusconi hat derweil neue Probleme mit der Justiz: Staatsanwälte in Neapel ermitteln gegen ihn wegen des Verdachts, einen oppositionellen Politiker für einen Lagerwechsel bestochen zu haben. Drei Millionen Euro soll Berlusconi 2008 dem Senator Sergio De Gregorio für die Zusage bezahlt haben, von der Partei "Italien der Werte" zum "Volk der Freiheit" (PdL) des Ex-Premiers zu wechseln, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. dpa