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Israels Ex-Regierungschef Olmert muss anderthalb Jahre hinter Gitter

Israels Ex-Regierungschef Olmert muss anderthalb Jahre hinter Gitter

Zum ersten Mal in Israels Geschichte muss ein ehemaliger Regierungschef ins Gefängnis. Das Höchste Gericht in Jerusalem verringerte gestern in einem Berufungsverfahren jedoch die ursprünglich verhängte Haftstrafe von sechs Jahren auf 18 Monate.

Nach Informationen des israelischen Fernsehens muss der 70-Jährige die Haft am 15. Februar antreten. Olmert reagierte dennoch erleichtert. "Mir fällt ein Stein vom Herzen", sagte er mit Blick auf die Verringerung des Strafmaßes.

Das Höchste Gericht sprach Olmert von den schwerwiegendsten Vorwürfen im sogenannten Holyland-Skandal frei. Die Richter sahen es jedoch als erwiesen an, dass Olmert während seiner Zeit als Handelsminister vor mehr als zehn Jahren von einem Geschäftsmann Bestechungsgelder in Höhe von 60 000 Schekel (14 000 Euro) angenommen hat. Er habe einer Firma bei der Umsetzung von Bauprojekten geholfen. Mit dem erhaltenen Geld habe Olmert dann Schulden eines Wahlkampfs beglichen.

Das Bezirksgericht in Tel Aviv hatte Olmert im Mai vergangenen Jahres noch wegen Bestechlichkeit zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der Hauptvorwurf: Er habe in seiner Zeit als Jerusalemer Bürgermeister Bestechungsgelder in Höhe von 500 000 Schekel (rund 120 000 Euro) für die Genehmigung eines umstrittenen Großbauprojekts angenommen. In diesem Anklagepunkt sprach das Höchste Gericht ihn jedoch frei.

Die schweren Korruptionsvorwürfe hatten Olmerts politische Karriere zerstört. Im Jahre 2009 musste er sein Amt abgeben. Danach kam auch der Friedensprozess nachhaltig ins Stocken. Nach Medienberichten stand Olmert damals kurz vor einer Einigung mit den Palästinensern.