Wirtschaftsforscher Bräuninger skeptisch gegenüber einem Marshall-Plan für Griechenland - Gipfel bei Rösler weitgehend überflüssig

Berlin / Saarbrücken · Die Fragestellung des Gipfels sei falsch, sagte Bräuninger der „Saarbrücker Zeitung“. „Marshall-Plan klingt sehr nach Aufbauhilfe und fehlender Infrastruktur. Das aber ist nicht das griechische Problem“.

Berlin / Saarbrücken. Der Forschungsdirektor des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Michael Bräuninger, hält den morgigen Griechenlandgipfel bei Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) für weitgehend überflüssig. Die Fragestellung des Gipfels sei falsch, sagte Bräuninger der "Saarbrücker Zeitung" (Mittwochausgabe). "Marshall-Plan klingt sehr nach Aufbauhilfe und fehlender Infrastruktur. Das aber ist nicht das griechische Problem". Griechenland habe zu hohe Staatsausgaben. Außerdem fehle es an Wettbewerbsfähigkeit, weil die Löhne zu hoch und der Staatssektor zu groß seien. "All das kann ein Gipfel in Deutschland nicht lösen". Notwendig sei eine Stärkung des Privatsektors in Griechenland, sagte Bräuninger. Dabei könne es nicht darum gehen, in dem Land eine große Industrie aufzubauen. Investitionen in den Tourismus sowie in den Schifffahrtssektor seien lohnend und sinnvoll. Hier könne Deutschland Investoren durch Bürgschaften für Kredite unterstützen. Zur Idee von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), in Griechenland die Solarenergie zu fördern, sagte Bräuninger, bevor mit griechischem Solarstrom Geld verdient werden könne, müsse eine Vernetzung mit Europa stattfinden, die sehr aufwändig und langwierig sei. "Das ist eher ein Projekt für eine ferne Zukunft".

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