Wirtschaft warnt vor Schwemme gefälschter Medikamente

Wirtschaft warnt vor Schwemme gefälschter Medikamente

Die deutsche Wirtschaft schlägt Alarm, weil gefälschte Medikamente den hiesigen Markt überschwemmen.

Der Hauptgeschäftsführer des deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, sagte der "Saarbrücker Zeitung": "Hier geht es längst nicht mehr nur um Viagra und Designerdrogen. Blutdrucksenker und Krebsmittel werden genauso gefälscht wie nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel."

Der Anteil von Medikamenten bei der Produktpiraterie wachse, so Wansleben. Viele Touristen würden sich inzwischen aus dem Urlaub Arzneien mitbringen "ohne zu hinterfragen, warum sie so billig sind". Die Medikamente könnten sich dann aber als gefährliche Schnäppchen entpuppen.

Insgesamt, so Wansleben weiter, seien die Folgen der internationalen Produktpiraterie inzwischen dramatisch. Der wirtschaftliche Schaden belaufe sich auf über 50 Milliarden Euro im Jahr. Zwei Drittel aller Fälschungen würden aus China und Hongkong kommen. "Auch die Entwicklung in Indien bereitet uns große Sorge", so der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Wansleben forderte die Bundesregierung auf, das Thema bei internationalen Verhandlungen wieder verstärkt auf die Agenda zu setzen. Außerdem müsse es eine Neuauflage des runden Tisches von Regierung und Wirtschaft gegen Produktpiraterie geben.