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Weidel führt Südwest-AfD und will Landesverband Baden-Württemberg befrieden.

Starke Polarisierung in Baden-Württemberg : Weidel führt Südwest-AfD und will Landesverband befrieden

Die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, steht nun auch an der Spitze des baden-württembergischen Landesverbands. Mitglieder des Landesverbands wählten sie am Samstag mit 54 Prozent auf einem Sonderparteitag in Böblingen zur neuen Landesvorsitzenden.

Der alte Landesvorstand war kurz vor dem Sonderparteitag geschlossen zurückgetreten. Mehrere Kreisverbände hatten auf die Versammlung gedrängt, um ein neues Gremium zu wählen und die Führungskrise zu lösen. Der Landesvorstand war zuvor ein Jahr lang von einer Doppelspitze aus Spaniel und Fraktionschef Bernd Gögel geführt worden. Der Machtkampf zwischen den beiden Männern lähmte den Vorstand viele Monate. Gögel hatte angekündigt, nicht erneut kandidieren zu wollen. Weidel wollte mit dem Bundestagsabgeordneten Martin Hess eigentlich eine Doppelspitze bilden. Die Mitglieder entschieden aber am Samstag, dass es künftig keine Doppelspitze mehr geben soll.

Weidel versprach den Mitgliedern eine Überwindung der Grabenkämpfe und einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Strömungen. Nach ihrer Wahl zur Landeschefin sagte sie, sie habe wegen der starken Polarisierung im Landesverband kandidiert. Der Flügel müsse mittel- bis langfristig eingebunden werden als Partner. Weidel lobte auch ausdrücklich Thüringens AfD-Chef Höcke. Die AfD sei nach der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen „zum politischem Felsen geworden, an dem die etablierten Parteien wie Nussschalen zerschellen“, sagte Weidel.