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Vorstoß von CDU-Politiker Linnemann: Streit um Einschulung ohne Deutschkenntnisse

Vorstoß von Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann : Streit um Einschulung ohne Deutschkenntnisse

Kinder, die kein Deutsch sprechen, später einschulen? Nicht nur im Saarland wird der Vorstoß des Unionsfraktionsvizes Linnemann abgelehnt.

Mit seinen Äußerungen zur späteren Einschulung von Kindern mit schlechten Deutschkenntnissen hat Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) eine breite Debatte ausgelöst. Aus der eigenen Partei, aber auch von Opposition und Bildungsverbänden wurde am Dienstag viel Kritik laut an Linnemanns Forderung, notfalls Kinder später einzuschulen. Auch im Saarland stieß der Vorstoß auf breite Ablehnung.

Linnemann hatte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ gesagt: „Um es auf den Punkt zu bringen: Ein Kind, das kaum Deutsch spricht und versteht, hat auf einer Grundschule noch nichts zu suchen.“ In solchen Fällen müsse es eine Vorschulpflicht geben, notfalls müsse die Einschulung zurückgestellt werden.

Saar-Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) bezeichnete den Vorschlag als „dumm“. „Wenn Herr Linnemann öfter an Grundschulen wäre, würde ihm auffallen, wie schnell gerade Grundschulkinder in der Gemeinschaft Deutsch lernen. Die Separation von Kinder mit Zuwanderungshintergrund ist der falsche Weg und schafft nur Integrationsprobleme.“ Auch der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Frank Wagner distanzierte sich vom Partei­freund: Linnemann habe sich „ungeschickt“ ausgedrückt, Selektion sei ein unzeitgemäßer Weg.

Auf Bundesebene bekam Linnemann auch Unterstützung – unter anderem vom Deutschen Philologenverband: Dessen Vorsitzende Susanne Lin-Klitzing sprach sich in der „Welt“ für eine Einschulung förderbedürftiger Kinder in Vorklassen aus, „sozusagen eine 0. Klasse, um Deutsch zu lernen“.