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Verwirrung um Regeln in der Corona-Krise ist kontraproduktiv

Corona-Krise : Verwirrung ist kontraproduktiv

Föderalismus hin oder her – die Verwirrung, für die Bund und Länder bei den Ausgangs-Regeln in der Corona-Krise gesorgt haben, ist absolut inakzeptabel. Sie ist auch kontraproduktiv, wenn man die Bürger dazu bringen will, die Vorgaben zu akzeptieren und zumindest für einige Wochen nach ihnen zu leben.

Zumal viele jetzt schlicht nicht wissen, was nun eigentlich gilt.

Ein Saarländer, der seine Kanzlerin sagen hört, dass Menschen, die nicht im selben Haushalt wohnen, maximal zu zweit nach draußen dürfen, denkt natürlich, das gilt auch für ihn. Um zu wissen, dass hierzulande aber fünf Personen zusammen spazieren gehen dürfen, muss man schon sehr gut informiert sein. In anderen Punkten ist das Saarland wiederum wesentlich strenger als der Bund – das ist kaum nachvollziehbar.

Es mag Gründe für Abweichungen zwischen den Ländern geben. So ist es grundsätzlich verständlich, auch aufgrund der Grenzlage des Saarlandes, dass die Landesregierung möglichst schnell handeln wollte und deshalb vorpreschte – ebenso wie zuvor Bayern. Für sich genommen sind diese abweichenden Regeln auch stimmig. Noch viel wichtiger sind in der derzeitigen Krise aber Glaubwürdigkeit und Transparenz. Dafür braucht es ohne wenn und aber bundesweit einheitliche Maßnahmen, die für alle verständlich sind und glasklar kommuniziert werden. Diesem Ziel sollten sich alle Bundesländer endlich unterordnen.