Verbraucherzentralen machen Druck für Modell einer „Extrarente“

Altersvorsorge : Verbraucherzentralen pochen auf „Extrarente“

Die Verbraucherzentralen fordern eine „Extrarente“ als neues, staatlich organisiertes Angebot zur privaten Altersvorsorge. Bisher gebe es meist teure, kaum rentable und unflexible Produkte, von denen vor allem die Versicherungswirtschaft profitiere, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, am Montag.

Damit Menschen mehr Geld im Alter hätten, sei aber eine kostengünstige und gewinnbringende Anlage entscheidend. Der Verband wirbt daher seit längerem für ein neues Standardprodukt und hat nun ein genaueres Konzept vorgelegt.

Nach Plänen der Verbraucherschützer sollen Arbeitnehmer automatisch über ihren Arbeitgeber in die Vorsorge einzahlen – es sei denn, sie widersprechen. Möglich sein sollen Einzahlungen auch für Selbstständige. Ein öffentlicher Träger soll dann über Ausschreibungen private Fondsmanager beauftragen, das Geld am Kapitalmarkt anzulegen, vor allem in Aktien. Langfristig seien so höhere Renditen zu erzielen, hieß es. Die Organisation über den öffentlichen Träger reduziere zudem Kosten im Vergleich zu gewinnorientierten Unternehmen.

Grünen-Chef Robert Habeck begrüßte den Vorschlag. Die Riester-Rente sei geprägt von geringen Renditen, hohen Vertriebs- und Verwaltungskosten und teuren Zinsgarantien. Auch der Sozialverband VdK begrüßte das neue Konzept zur Altersvorsorge. Kritik kam dagegen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. So setzten die Verbraucherschützer voll auf den Aktienmarkt, das Risiko müssten allein die Sparer tragen. Zudem ziele der Vorschlag in erster Linie auf Arbeitnehmer. Nötig sei aber eine Altersvorsorge unabhängig vom beruflichen Status.