Tilman Kuban - der neue JU-Chef bringt viel Mut zur Kontroverse mit

Junge Union : Tilman Kuban - der neue JU-Chef bringt viel Mut zur Kontroverse mit

Zuletzt blieben noch zwei Kandidaten für die Nachfolge des bisherigen Vorsitzenden Paul Ziemiak für den Posten des JU-Vorsitzenden übrig. Tilman Kuban konnte sich am Abend in einer Kampfabstimmung gegen Stefan Gruhner durchsetzen.

Mit Kritik an der Migrationspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich Tilman Kuban in den vergangenen Jahren nicht zurückgehalten. Auch als neuer Vorsitzender der Jungen Union (JU), der mit mehr als 100.000 Mitgliedern größten politischen Jugendorganisation Europas, will der 31 Jahre alte Niedersachse nicht als Leisetreter mitmischen. Die CDU habe bei den Themen innere Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit politische Flanken geöffnet, die endlich wieder geschlossen werden sollten. Er stehe für einen starken Staat und konsequente Abschiebungen ausländischer Straftäter oder abgelehnter Asylbewerber, hat Kuban im Wahlkampf versprochen.

Seit drei Jahren ist der Jurist Kuban Leiter der Rechtsabteilung bei den Unternehmerverbänden Niedersachsen, er kandidiert auf einem aussichtsreichen Listenplatz bei der Europawahl Ende Mai. Seit mehr als fünf Jahren stehe er an der Spitze der JU in Niedersachsen, bei einem Wahlerfolg wäre er der erste JU-Bundeschef im Europaparlament in Straßburg. Gerade die Jugend will er für das Projekt Europa begeistern - die junge Generation sieht er gerade durch die außenpolitischen Themen wie die Entwicklung in den USA, Großbritannien oder Russland so politisiert wie lange nicht.

Damit die JU stärker am Puls der Zeit bleibt, will Kuban mehr Mitgliederbeteiligung einführen: Bei den Entscheidungen zur Migrationskrise habe er sich beispielsweise eine Mitgliederbefragung gewünscht, genauso wie bei weitreichenden Neupositionierungen der Union wie etwa dem Ausstieg aus der Wehrpflicht. In der Europapolitik setzt er sich für mehr Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Verteidigung und Umweltschutz ein. Zugleich plädiert er für eine stärkere Verbindung von Ökologie und Ökonomie und will mehr dafür tun, dass Deutschland Innovationsweltmeister bleibe.

Für mehr Generationengerechtigkeit fordert Kuban unter anderem die Abschaffung der Grunderwerbssteuer für das erste Eigenheim. Außerdem will er ein Deutschlandjahr einführen, in dem sich junge Menschen nach der Schule für die Gesellschaft einbringen.

(felt/dpa)
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