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Städtetags-Hauptgeschäftsführer Dedy: Kommunen schaffen Notbetreuung

Interview zum Umgang mit Coronavirus : Städtetags-Hauptgeschäftsführer Dedy: Kommunen werden Notbetreuung realisieren

Zur Eindämmung der Corona-Krise schließen auch Schulen und Kitas. Doch soll es eine Notbetreuung von Kindern geben, deren Eltern in „systemrelevanten Berufen“ arbeiten, also zum Beispiel als Arzt oder Polizist. Unser Berliner Korrespondent Stefan Vetter sprach darüber mit dem Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy.

Herr Dedy, wie sind die Kommunen auf die Herausforderung vorbereitet?

DEDY Die Corona-Pandemie ist für alle eine große Herausforderung. Wir leisten in den Kommunen entschlossen unseren Beitrag, damit sich das Virus langsamer ausbreitet. Jetzt schnell Schulen und Kitas zu schließen, ist richtig. Die Notbetreuung rasch zu organisieren, ist zwar nicht einfach, aber wir werden das hinbekommen. In den ersten Tagen wird es hier sicher noch ruckeln. Denn wir müssen Bescheinigungen der Arbeitgeber für bestimmte Berufsgruppen erhalten, dass Eltern am Arbeitsplatz unbedingt gebraucht werden. Aber ich sage klar: Die Städte werden eine funktionierende Notbetreuung realisieren. Zu Beginn wird es dabei teilweise pragmatische Lösungen geben müssen.

Wer legt eigentlich konkret fest, welche Berufsgruppen Anspruch auf eine Notbetreuung ihrer Kinder haben?

DEDY Die Länder haben dazu Regelungen getroffen. Sie sind zum Teil noch dabei, diese zu konkretisieren. Und es geht hier um Eltern bestimmter Berufe, die keine andere Art der Betreuung finden. Genaue Angaben der Länder zu den Berufen sind wichtig, damit wir in den Kommunen einheitlich vorgehen können. Es kommt darauf an, die Versorgung der Menschen in unserem Land mit lebenswichtigen Leistungen zu sichern. Die dafür nötigen Berufe dürften von Stadt zu Stadt gleich sein.

Viele Eltern werden nicht als „systemrelevant“ gelten, haben aber trotzdem keine alternative Betreuungsmöglichkeit. Sind da nicht Konflikte programmiert?

DEDY Ganz ohne Reibungen kann das nicht laufen. Für die Eltern ist es oft schwierig, Betreuung kurzfristig selbst organisieren zu müssen. Helfen müssen ihnen dabei besonders die Arbeitgeber. Sie sollten jetzt, wo immer möglich, flexibel reagieren. Sie sollten zum Beispiel mehr Arbeit von zu Hause ermöglichen oder Überstundenausgleich gewähren. Natürlich müssen Betriebe und Verwaltungen jetzt weiterarbeiten können, aber wir brauchen dabei pragmatisches Handeln. Das wollen wir in den Städten auch so handhaben. Oberstes Ziel ist, gerade ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen jetzt vor der Infektion zu schützen. Dafür brauchen wir viel Solidarität in unserer Gesellschaft. Konflikte, die wegen fehlender Betreuung von Kindern entstehen, müssen wir miteinander lösen.

In den Bundesländern werden die Schul- und Kitaschließungen unterschiedlich gehandhabt. Braucht es eine bundeseinheitliche Lösung?

DEDY Die Ministerpräsidenten haben gemeinsam mit der Bundesregierung gründlich beraten, was jetzt gegen die Corona-Pandemie getan werden muss. Und fast alle Länder haben sich zu Schul- und Kitaschließungen entschlossen. Die Regelungen sind nicht völlig einheitlich, aber es gibt im Kern ein gemeinsames Vorgehen. Auch die Städte stimmen sich ab, wo es geht. Für die Menschen ist es einfacher, wenn es weitgehend einheitlich zugeht.