Staat warnt zum Volkstrauertag vor Extremismus und politischer Hetze.

Volkstrauertag : Volkstrauertag mit Appell gegen Hass

() Vertreter von Staat und Gesellschaft haben zum Volkstrauertag vor Extremismus und politischer Hetze gewarnt. „Wir erleben in unserem Land gerade wieder, dass aus Hasspropaganda Hass und aus Hass Mord wird“, sagte Wolfgang Schneiderhan, Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, am Sonntag bei einem Gedenkakt im Bundestag.

„Und wir lernen aus der Geschichte, dass wir nicht nur die Straftäter verurteilen, sondern den geistigen Brandstiftern mutig entgegentreten müssen“, sagte der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr weiter.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, warnte bei einer Gedenkfeier auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee vor Gleichgültigkeit gegenüber rechten Parolen und kritisierte die AfD. Es dürfe nicht hingenommen werden, dass es eine Fraktion im Bundestag gebe, deren Vorsitzender die NS-Zeit als „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte bezeichne. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) rief zum Handeln gegen Extremismus und Antisemitismus auf. Sie legte am Sonntag auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee im Gedenken an die Soldaten jüdischen Glaubens, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind, einen Kranz nieder. Bei einer Kranzniederlegung am Ehrenmal der Bundeswehr ehrte sie zudem die Toten der Streitkräfte.

Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag – immer zwei Sonntage vor dem ersten Advent. Er wird in Deutschland seit 1919 begangen – ursprünglich um Solidarität mit den Hinterbliebenen der Opfer des Ersten Weltkriegs zu zeigen. Inzwischen wird aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.