SPD von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidkekanpp vor AfD

Wahl: SPD von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke vor AfD : Ein beliebter Landesvater kann sich behaupten

Größer als gedacht ist laut Prognosen der Vorsprung der SPD von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke vor der AfD.

Wenn die Brandenburger ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würde sich laut Umfragen rund die Hälfte für den amtierenden Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) entscheiden. Das können sie aber nicht, und seine Partei ist weit entfernt von der absoluten Mehrheit. Die rot-rote Regierung hat die Landtagswahl am Sonntag nach ersten Hochrechnungen nicht überstanden.

Als klares Ziel für die Wahl hatte der 57-Jährige zuvor definiert, „deutlich stärkste Kraft“ zu werden. Das ist ihm wohl gelungen. Seine SPD hat es laut ersten Hochrechnungen mit 26,1 Prozent auf den ersten Platz geschafft – mit über zwei Punkten Vorsprung gegenüber der AfD, die auf 23,7 Prozent kam. Im Wahlkampf setzte Woidke mit dem Wahlslogan „Ein Brandenburg“ auf Zusammenhalt im Bundesland – was er unter anderem mit Verbesserungen in der Pflege und der Kinderbetreuung sowie dem Straßen- und Schienenausbau erreichen wollte.

Der Diplom-Agraringenieur ist überzeugter und heimatverbundener Brandenburger. Er wurde 1961 in der Lausitz geboren, unweit des Braunkohletagebaus und des Kraftwerks Jänschwalde. Für die Sorgen der Menschen, die vom bis 2038 geplanten Kohleausstieg betroffen sind, zeigt er großes Verständnis.

In den letzten Jahren der DDR war Woidke wissenschaftlicher Assistent an der Ostberliner Humboldt-Universität und wechselte nach der Wende als Agrarexperte in die Verwaltung des Landkreises Spree-Neiße. Nach dem Eintritt in die SPD 1993 verschrieb er sich der Politik: 1994 zog er als SPD-Abgeordneter in den Landtag ein, zehn Jahre danach wurde er Agrarminister der damaligen großen Koalition, später übernahm er das Innenministerium.

2013 löste Woidke Matthias Platzeck als Ministerpräsident ab, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war. Nach Platzeck und Manfred Stolpe ist er der dritte Ministerpräsident seit der Wende, alle gehörten der SPD an.

Bei der Europawahl im Mai wurde die AfD in Brandenburg stärkste Kraft – und Woidke steht mit der Partei auf Kriegsfuß. Im Wahlkampf provozierten die Rechtspopulisten ihn mit einem Wahlplakat mit dem früheren SPD-Bundeskanzler Willy Brandt. Das AfD-Plakat zeigt Brandts Gesicht und darunter sein berühmtes Zitat „Mehr Demokratie wagen“. Darauf reagierte Woidkes Landesverband mit einer eigenen Kampagne unter dem Motto Wirsindwilly. Auf dem Plakat ist zu lesen: „Wir wollten die Freiheit. Wir haben sie erkämpft. Sorge dafür, dass sie bleibt“.

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