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So schützen andere Länder Bewohner von Altenheimen vor dem Coronavirus

Corona-Krise : So schützen andere Länder Bewohner von Altenheimen

Im Kampf gegen das Coronavirus haben zuletzt mehrere Bundesländer Maßnahmen ergriffen, um die besonders gefährdeten Bewohner von Seniorenheimen vor Infektionen zu schützen. Bundesweit waren die Covid-19-Erkrankungen in diesen Einrichtungen gestiegen.

Das Land Niedersachsen reagierte bereits vor gut einer Woche und verhängte einen weitgehenden Aufnahmestopp für Seniorenheime – ebenso wie inzwischen auch Bayern. In Baden-Württemberg beschloss die Landesregierung am Dienstag Ausgangsbeschränkungen für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Die Einrichtungen dürfen nur noch aus triftigen Gründen wie etwa zu Arztbesuchen verlassen werden, wie Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Stuttgart erklärte. Auch Spaziergänge sollten möglichst auf dem Gelände der Einrichtungen stattfinden.

In Baden-Württemberg war die Zahl der Infektionen in Alters- und Pflegeheimen zuletzt angestiegen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden erkrankten mehr als 450 Bewohner und Pfleger in entsprechenden Einrichtungen, 43 der Menschen starben am Coronavirus.

Betroffen waren zuletzt auch mehrere Einrichtungen in Rheinland-Pfalz: In einer Einrichtung der Caritas in Koblenz sind drei mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. In einem Pflegeheim in Worms wurden 18 Mitarbeiter und neun Bewohner positiv getestet. In einer Asylbewerberunterkunft in Ludwigshafen sind 14 Bewohner an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt.

In Frankreich kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran großflächige Tests zur Feststellung des Sars-CoV-2-Virus in den Einrichtungen an. Dadurch sollten Infektionen innerhalb der Senioren- und Pflegeheime gruppiert werden, um eine Ansteckung weiterer Bewohnerinnen und Bewohner zu verhindern, erklärte Véran. Dem Minister zufolge wurden seit Beginn der Coronavirus-Pandemie mindestens 2417 Todesfälle in den Einrichtungen verzeichnet. Véran betonte, dass in zwei Dritteln der französischen Pflegeeinrichtungen noch keine Infektionen aufgetreten seien.