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Sexueller Missbrauch: Wichtige Stationen der kirchlichen Aufarbeitung

Sexueller Missbrauch : Wichtige Stationen der kirchlichen Aufarbeitung

Zehn Jahre ist es her, dass drei ehemalige Schüler der Berliner Jesuitenschule Canisius-Kolleg den Schulleiter über Fälle von Missbrauch informierten. Der Leiter machte die Taten publik und rief weitere Betroffene auf, sich zu melden.

Es begann die Missbrauchsdebatte in der katholischen Kirche in Deutschland.

Januar 2010: Der Leiter des Canisius-Kollegs der Jesuiten in Berlin macht den Missbrauchsskandal an seiner Schule bekannt. Jesuiten hatten in den 1970er und 80er Jahren Schüler sexuell missbraucht.

Februar 2010: Die Bischöfe bitten auf ihrer Vollversammlung in Freiburg um Entschuldigung. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann wird Sonderbeauftragter.

März 2010: Die Kirche beteiligt sich am Runden Tisch, der von der Bundesregierung eingerichtet wird.

September 2010: Erzbischof Robert Zollitsch, schlägt einen „breiten Reflexionsprozess“ von Bischöfen, Priestern und Laien vor. Die Bischöfe stellen ein Präventionskonzept vor.

August 2013: Die Bischofskonferenz veröffentlicht verschärfte Richtlinien. Kleriker, die Schutzbefohlene missbraucht haben, sollen nicht mehr in den Seelsorgedienst zurückkehren dürfen, wenn „dieser Dienst eine Gefahr für Minderjährige oder erwachsene Schutzbefohlene darstellt oder ein Ärgernis hervorruft“.

September 2018: Wissenschaftler stellen die Ergebnisse der von den Bischöfen in Auftrag gegebenen Missbrauchsstudie vor. 3677 Betroffene sexueller Übergriffe von mindestens 1670 Priestern und Ordensleuten werden in den Akten von 1946 bis 2014 gefunden.

März 2019: Die deutschen Bischöfe beschließen einen „verbindlichen Synodalen Weg“, um Vertrauen zurückzugewinnen und nach den systemischen Ursachen des Missbrauchs zu fragen.

September 2019: Die Bischöfe beschließen in Fulda, die Entschädigung von Opfern auszuweiten.

September 2019: Das Institut für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt (IPA) in Lantershofen nimmt seine Arbeit auf.

Dezember 2019: Die Bischofskonferenz kündigt an, einen Betroffenenbeirat einzurichten.

Dezember 2019: Papst Franziskus schafft das „Päpstliche Geheimnis“ bei der Verfolgung von Missbrauchsfällen ab.