Saarland im Bundesrat: Jost will automatische Entschädigung für Reisende

Saarland im Bundesrat : Jost will automatische Entschädigung für Reisende

Das Saarland prescht vor: Fluggäste und Bahnreisende sollen künftig bei Verspätungen und Ausfällen automatisch Entschädigungen bekommen.

Dies sieht ein Antrag vor, den das Saarland am Freitag nächster Woche im Bundesrat einbringen will. Komplizierte Anträge wären dann nicht mehr nötig. „Wer Flug- oder Bahntickets bucht und dann sprichwörtlich am Gate oder Bahnsteig stehengelassen wird, darf am Ende nicht länger der Dumme sein und seinen finanziellen Ansprüchen hinterherlaufen müssen“, sagte Reinhold Jost (SPD), Minister für Umwelt- und Verbraucherschutz, am Donnerstag in Saarbrücken. Der Sozialdemokrat ist derzeit Vorsitzender der Verbraucherschutzminister-Konferenz (VSMK) der Länder.

Die beste Lösung sei „eine automatisierte Entschädigungszahlung“ der Transportunternehmen an die Kunden. „Diese Lösung ist technisch einfach umzusetzen, erfordert wenig Arbeitsaufwand und würde allen Beteiligten viel Ärger ersparen“, sagte Jost. Es sei nicht einzusehen, dass man Flug oder Zug online oder per App buchen könne, die Entschädigung dann aber schriftlich auf komplizierten Formularen beantragt werden müsse, heißt es in dem Vorstoß.

Die Zahl der Beschwerden von Fluggästen beim Luftfahrt-Bundesamt sei in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit 824 deutlich höher gewesen als im gesamten Vorjahr (155). In den allermeisten Fällen ging es dabei um verspätete und gestrichene Flüge. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Antrag berichtet.

Ein Antrag auf Entschädigung sei „noch immer zu oft mit einem unangemessenen Verwaltungs- und Rechercheaufwand zu Lasten der Verbraucher verbunden“, heißt es weiter in dem Entschließungsantrag. „Viel effektiver und gerechter“ wäre es, das System umzukehren – und ein automatisiertes Entschädigungsverfahren gesetzlich verpflichtend zu machen.

(dpa)
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