Saar-Agentur isoll Pflegekräfte aus Mexiko und den Philippinen vermitteln

Berlin/Saarbrücken : Saar-Agentur vermittelt ausländische Pflegekräfte

Bund und Länder wollen eine schnellere Anerkennung ausländischer Pflegekräfte. Eine Vermittlungsagentur im Saarland soll dabei helfen.

Im Kampf gegen Personalmangel in der Pflege wollen Bund und Länder die Anwerbung ausländischer Fachkräfte beschleunigen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (beide CDU) stellten am Montag in Berlin die Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (Defa) vor. Bislang dauert es oft über zwei Jahre, bis eine Pflegekraft aus einem Nicht-EU-Land in Deutschland arbeiten kann. Dies soll sich auf sechs Monate verkürzen.

Zum Auftakt unterstützt die Defa mit ihren 15 bis 20 Mitarbeitern die Anwerbung von Fachkräften nur aus Mexiko und den Philippinen. Die Ausbildung dort seit gut, sagte Spahn. Nach der Pilotphase könne der Kreis der Länder eventuell erweitert werden. Spahn verwies darauf, dass die Bundesregierung Pflegekräfte nur in Ländern anwerbe, deren Bevölkerung im Schnitt sehr jung ist und die deutlich über ihren eigenen Bedarf ausbilden. „Wir wollen nicht anderen Ländern die Fachkräfte klauen“, sagte der Gesundheitsminister.

Mit Unterstützung der Defa sollen Pflegekräfte drei Monate nach dem Visa-Antrag nach Deutschland einreisen können. Nach drei weiteren Monaten soll die volle berufliche Anerkennung vorliegen. Zum Start unterstützt die Defa rund 4200 Antragsverfahren.

Die vom Saarland Anfang Oktober gegründete Defa werde nicht nur die Antragsteller und die deutschen Behörden spürbar entlasten, sondern auch dafür sorgen, dass die Gesundheitseinrichtungen schneller dringend benötigte Pflegefachkräfte aus dem Ausland erhalten, sagte Hans. Konkret kümmert sich die Defa um Anträge auf Visa, Anerkennung der Berufserlaubnis sowie Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.  Der Bedarf an Pflegekräften in Deutschland wird auf bis zu 100 000 geschätzt.