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Pforzheimer Zeitung: Europaausschuss-Vorsitzender Krichbaum (CDU) sieht in Brüsseler Vertagung kein Problem

Pforzheimer Zeitung: Europaausschuss-Vorsitzender Krichbaum (CDU) sieht in Brüsseler Vertagung kein Problem

Unproblematisch findet der Europaausschuss-Vorsitzender Gunther Krichbaum, wenn die Personalentscheidungen in Brüssel verschoben werden. Dagegen kritisierte er die Drohung von Martin Schulz, einen Personalvorschlag für die Kommission mit nur drei weiblichen Mitgliedern im Europaparlament abzulehnen.

Der Vorsitzende des Europaausschusses im Deutschen Bundestag, Gunther Krichbaum (CDU), hält die Vertagung der Brüsseler Personalentscheidungen nicht für problematisch. "Es ist eben schwierig, alle Interessen von 28 Mitgliedsstaaten unter einen Hut zu bringen", sagte Krichbaum der "Pforzheimer Zeitung" (Freitagausgabe). "Das gehört zur Normalität." Es handele sich nicht um eine klassische Regierungsbildung wie in einem nationalen Parlament, sondern es müsse "eine ausbalancierte Lösung nach Regionen und anderen Kriterien" gefunden werden. "Wichtig ist, dass am Ende eine schlagkräftige Kommission steht, die die großen Herausforderungen bewältigt, von der Wettbewerbsfähigkeit bis zum Klimaschutz. Da darf die Personalsuche ruhig etwas länger dauern." Er sei optimistisch, dass es gelinge, bis zum 1. November alle Positionen zu klären und die neue Kommission im Amt zu haben, fügte Krichbaum hinzu. Der CDU-Politiker wies die Drohung von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) zurück, einen Personalvorschlag für die Kommission mit nur drei weiblichen Mitgliedern im Europaparlament abzulehnen. "Eine Ablehnung darf nur aus wichtigen persönlichen Gründen erfolgen. So sind die europäischen Regeln nun einmal", sagte Krichbaum. Allerdings wünsche auch er sich einen höheren Frauenanteil.