Parteitage von SPD, Grünen und Linke stimmen für Koalition in Bremen

Parteitage von SPD, Grünen und Linke für Koalition : Bremen vor Rot-Grün-Rot — CDU kritisiert Bovenschulte-Nominierung

Der Vertrag für eine rot-grün-rote Koalition in Bremen hat eine weitere wichtige Hürde genommen. SPD und Grüne stimmten dem Entwurf am Samstag auf getrennten Parteitagen mit großer Mehrheit zu. „Rot-Grün-Rot ist ein Aufbruch, ein Neuanfang“, versicherte SPD-Landeschefin Sascha Karolin Aulepp.

Dies könne durchaus Modellcharakter für den Bund haben. Als Kandidaten für das Bürgermeisteramt nominierten die SPD-Delegierten den 53 Jahre alten Juristen Andreas Bovenschulte – mit 95,9 Prozent Zustimmung.

Bovenschulte soll Nachfolger des scheidenden Bürgermeisters Carsten Sieling (SPD) werden, der als Konsequenz aus dem SPD-Wahldesaster vom 26. Mai seinen Rückzug angekündigt hatte.

Beim Parteitag der Grünen gab es ebenfalls keine Nein-Stimmen gegen den Koalitionsvertrag.

Bremens CDU-Chef Carsten Meyer-Heder betonte, die Bremer bekämen erneut einen Bürgermeister, der nicht zur Wahl gestanden habe, sondern „im Hinterzimmer“ bestimmt worden sei. „Solch ein Verfahren leistet Politikverdrossenheit Vorschub“, sagte Meyer-Heder, mit dem die CDU am 26. Mai erstmals seit über 70 Jahren stärkste Partei in dem Bundesland geworden war.

Bereits am Donnerstagabend hatte ein Parteitag der Linken der Vereinbarung zugestimmt. Dort folgt allerdings bis zum 22. Juli noch eine Mitgliederbefragung, die bindend ist.