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Ministerpräsident Hans gegen Beschränkungen an Grenze zu Frankreich

Saar-Ministerpräsident zu Corona-Beschlüssen : Tobias Hans: „Weniger Kontakte, mehr Masken“

Der saarländische Ministerpräsident befürwortet strengere Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Doch nicht allen Vorschlägen zur Veschärfung der Regelungen hat er zugestimmt.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat an jeden Einzelnen appelliert, die persönlichen Kontakte während der Corona-Pandemie zu überprüfen. Bundesweit sei die Sieben-Tage-Inzidenz mit über 150 Neuinfektionen noch immer zu hoch, sagte er am Mittwochabend nach einer Videoschalte mit seinen Länderkollegen und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Das Saarland und Bremen lägen zwar darunter, das Ziel sei aber weiterhin, die Inzidenz in die Nähe von 50 zu senken. Die Beschlüsse fasste Hans mit „weniger Kontakte, mehr Masken“ zusammen.

Der „Lockdown“ müsse für Dezember nachgeschärft werden, erklärte der CDU-Politiker. Es dürften sich nur noch fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten treffen, Kinder unter 14 Jahren seien davon ausgenommen. Außerdem müssten nun Alltagsmasken an öffentlichen, belebten Plätzen getragen werden - auch am Arbeitsplatz, wo ausreichend Abstand nicht möglich sei. Im Einzelhandel dürfte nur noch eine Person pro zehn Quadratmeter ein Ladenlokal betreten, ab einer Ladenfläche von 800 Quadratmeter liege der Wert bei 20 Quadratmeter pro Person.

Die Länderchefs und der Bund hätten darüber gerungen, wie es Weihnachten und Neujahr möglich sein könne, die Zeit mit den Liebsten zu verbringen. Über Weihnachten bis spätestens ersten Januar würden die Beschränkungen so gelockert, dass sich maximal zehn Menschen treffen könnten. Insbesondere bei Alleinstehenden könnten dann auch Menschen aus mehr als einem Haushalt zusammenkommen. „Wir glauben, das ist verantwortbar“, sagte Hans. Bei aller Notwendigkeit für strenge Maßnahmen müssten soziale Kontakte möglich sein. „Denn auch die sind wichtig für unsere Gesellschaft“, betonte der Ministerpräsident.

Beim Thema Grenzen habe es einen Vorstoß zu schärferen Regelungen innerhalb der Runde gegeben, sagte Hans. „Ich habe mich vehement dagegen ausgesprochen.“ Bisher zeige sich, dass die Absprachen und die gegenseitigen Maßnahmen funktionierten. Die momentane Situation in Frankreich habe sich trotz Berufspendlern nicht negativ auf das Saarland ausgewirkt. „Deswegen halte ich nichts von weiteren Beschränkungen“, betonte er.

Mit Blick auf die Schulen sagte Hans, dass es im kleinsten Flächenbundesland weiterhin bei einer Maskenpflicht ab der fünften Klasse bleibe. Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 200 ankommen, müsse für Schüler ab der achten Klasse Wechsel- oder Hybridunterricht stattfinden. Von solchen Zahlen sei das Saarland aber noch weit entfernt.