Zum Abschluss der Bildungsmesse Didacta in Köln Migration: Esken fordert Anpassung der Lehrpläne

Berlin · Die SPD-Vorsitzende ruft dazu auf, Deutschlands Vielfalt als Einwanderungsland stärker in den Bildungsplänen zu berücksichtigen. Sie will Schulen in den Fokus rücken als Orte für Debatten.

 Saskia Esken, Co-Vorsitzende der SPD. (Archiv)

Saskia Esken, Co-Vorsitzende der SPD. (Archiv)

Foto: dpa/Michael Kappeler

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat zum Abschluss der Bildungsmesse Didacta in Köln eine Änderung deutscher Lehrpläne mit Blick auf Einwanderer gefordert. Dabei verwies sie auf die durch Migration gewachsene Vielfalt in Deutschland. „Lange Jahrzehnte hat Deutschland Migration als von ,Gastarbeitern’ und vorübergehend Schutzsuchenden geprägt verstanden“, sagte Esken unserer Redaktion. „Viele dieser Migrantinnen und Migranten haben unser Land mit aufgebaut und sind mit ihren Kindern und Enkeln fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden und sorgen jeden Tag mit dafür, dass der Laden läuft.“

Als Einwanderungsland, in dem Menschen mit vielfältigen Wurzeln dauerhaft gut zusammen leben, brauche man eine Kultur nicht nur der Offenheit, sondern der aktiven Beschäftigung mit der Geschichte, Kultur und politisch-gesellschaftlichen Situation der Herkunftsländer, so Esken. „Schulen kommt dabei als Orten des Lernens, der Entwicklung von Persönlichkeiten und Wertegerüsten eine besondere Bedeutung zu. Die Bildungspläne eines Einwanderungslandes und einer erfolgreichen Integrationsgesellschaft müssen deshalb einer Auseinandersetzung mit der Vielfalt der Herkunftsgeschichten, Kulturen und politisch-gesellschaftlichen Debatten Raum geben“, sagte Esken.

Die Didacta ist nach Angaben der Veranstalter die größte Fachmesse für Lehrkräfte aller Bildungsbereiche in Europa. In diesem Jahr trug sie das Leitthema „Bildung mit Zukunft – Jetzt gestalten!“. Auf dem Programm der Messe, die am Dienstag begann und an diesem Samstag ihren Abschluss findet, standen rund 1.400 Vorträge. 740 Aussteller sind dabei.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hatte zum Start der Messe bemängelt, dass der Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor stark von der sozialen Herkunft abhänge. Mit dem bundesweiten „Startchancen“-Programm wolle man einen Beitrag zu einer Trendwende leisten. In den kommenden zehn Jahren stünden vor allem für die Grundschulen 20 Milliarden Euro bereit. Davon profitierten rund 4.000 Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler.

(jd)
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