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Masterplan soll Transitstreit mit Österreich beenden

Deutschland und Österreich wollen Brennerroute entlasten : Maßnahmenplan soll Transitstreit beenden

Die Brennerroute ist schwer belastet. Mit radikalen Methoden versucht Tirol, den Verkehr einzudämmen. Das stößt in Deutschland auf Kritik. Nach Wochen des Zwists kommt nun Bewegung in die Sache.

Mit vielen kleinen Maßnahmen wollen Deutschland und Österreich eine Entlastung der immer stärker befahrenen Brennerroute erreichen. Bei einem Krisentreffen in Berlin vereinbarten am Donnerstag alle Seiten einen Zehn-Punkte-Plan, der etwa eine stärkere Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf die Schiene und ein mobiles Lkw-Leitsystem vorsieht. Fakt ist aber auch: Der größte Knackpunkt im Streit um den Verkehr auf der Autobahn von Bayern über Österreich Richtung Italien – die Blockabfertigung für Lastwagen – wurde bei dem Treffen gar nicht angesprochen.

Ziel sei es, die Lage im Transitverkehr sowie an der Grenze zu verbessern und den „Gesprächsstau“ aufzulösen, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nach dem Krisentreffen mit seinen Amtskollegen aus Bayern und Österreich. Frage ist aber, wie schnell die Maßnahmen wirken, um die Brennerroute zu entlasten. Scheuer sagte, die Probleme seien nicht in 24 Stunden zu lösen.

Zentrale Konfliktpunkte bleiben ungelöst. Das österreichische Bundesland Tirol will an umstrittenen Fahrverboten auf Ausweichrouten im Raum Innsbruck an Wochenenden sowie an der sogenannten Lkw-Blockabfertigung an der Grenze vorerst festhalten. „Wir brauchen auch weiterhin diese Notmaßnahmen“, sagte der Tiroler Landeschef Günther Platter am Donnerstag. Die Blockabfertigungen, mit denen Tirol an bestimmten Tagen die Einreise von Lkws beschränkt, bringen seit 2017 regelmäßig lange Staus auf bayerischer Seite.

Der Verkehr über den Brenner habe enorm zugenommen und sei der mit Abstand am meisten belastete Übergang in den Alpen, sagte Platter. Dieses Jahr seien es 2,5 Millionen Lastwagen. Er sprach wie Scheuer von konstruktiven Gesprächen, sagte aber zugleich: „Für mich gibt es heute keine Euphorie.“

Zu dem vereinbarten Maßnahmenplan gehören eine stärkere Verlagerung des Autobahn-Verkehrs Richtung Brenner auf die Schiene, ein beschleunigtes Verfahren für den Brenner-Basistunnel und eine intelligentere Abfertigung. Die Kapazitäten der „Rollenden Landstraße“ sollen in einzelnen Schritten bis Anfang 2021 mehr als verdoppelt werden. Dabei werden Lkw über längere Strecken mit einem Zug befördert. Terminals der Bahn in München-Riem und Regensburg sollen ausgebaut werden, geprüft wird außerdem der Neubau einer Umschlaganlage im Raum München.

 Temporäre Fahrverbote
Temporäre Fahrverbote Foto: SZ/Müller, Astrid

Ab dem 1. Januar 2020 soll es zudem ein grenzüberschreitendes intelligentes Lkw-Leitsystem zwischen dem Brenner und München geben. Bei der EU-Kommission wollen Österreich und Deutschland ferner erreichen, dass die Maut auf dem Brennerkorridor so weit erhöht werden kann, damit „eine deutliche Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene“ erreicht und ein „Umweg-Transit“ verhindert werden könne.